Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneFriedhof der Kuscheltiere (2019)

... oder was davon übrig ist

Wer glaubt, die Neuverfilmung von Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ ist identisch mit der Version von 1989, der irrt. Hier gibt es ein paar Überraschungen, die sie vom Original abweichen lassen. Ob das so gut ist, lassen wir mal dahingestellt. Aber Achtung: Spoiler!

Die Geschichte

Huch, Felliglanz hat wohl doch nicht geholfen (Foto: Paramount Pictures)

Huch, Felliglanz hat wohl doch nicht geholfen (Foto: Paramount Pictures)

Louis Creed (Jason Clarke) ist Arzt und arbeitet in der Notaufnahme. Zusammen mit seiner Frau Rachel (Amy Seimetz) und den beiden Kindern Ellie (Jeté Laurence) und Gage zieht er in den ruhigen Ort Ludlow im Bundesstaat Maine. Hier will er mehr Zeit für seine Familie finden.

Das neue Haus liegt an der Bundesstraße 15 und direkt am Waldrand. Dort beobachten Rachel und Ellie ein paar Kinder. Sie tragen auf einer Bahre einen toten Hund und sind dabei mit unterschiedlichen Tiermasken verkleidet. Wie sich herausstellt, gibt es unweit einen Tierfriedhof. Ihr neuer Nachbar Jud (John Lithgow) erzählt von einem Ritual, nach dem die Anwohner ihre Haustiere auf eben diesem Friedhof begraben. Und er erzählt auch, was anschließend passiert.

Auch die Creeds haben einen Haustier: Kater Church. Eines Tages findet ihn Jud überfahren im Straßengraben liegen. Louis will seiner Tochter davon nichts erzählen und begräbt ihn auf dem Tierfriedhof. Zuvor hat er eine seltsame Vision: Während seiner letzten Nachtschicht stirbt ein Patient, der anschließend wiederaufersteht und ihm vor den Toten im Wald warnt. Dabei hat er ja so recht, wie sich später herausstellen wird.

Filmkritik „Friedhof der Kuscheltiere (2019)“

Waldspaziergang mal anders (Foto: Paramount Pictures)

Waldspaziergang mal anders (Foto: Paramount Pictures)

Die Filmkritik soll grundsätzlich kein direkter Vergleich zwischen der ersten Buchverfilmung von 1989 und dem hier vorliegenden Remake sein. Trotzdem müssen wir erst einmal feststellen: Bei der Neuverfilmung „Friedhof der Kuscheltiere (2019)“ haben die Autoren einiges anders gemacht als der Horrormeister, der damals das Drehbuch höchstselbst verfasste. Die Geschichte kommt sehr geradlinig daher und hinterlässt einen sehr aufgeräumten Eindruck. Die weggelassenen Details stören nicht – außer man kennt das Original.

Der Film ist stilistisch und handwerklich auf dem aktuellen Stand der Zeit: Spannungsbogen, Schockelemente und Atmosphäre sind gut aufeinander abgestimmt. Vor allem die harten Schnitte zu den etlichen Traumszenen wirken gut dosiert. Etwas ungewöhnlich sind allerdings manche Einstellungen, wie beispielsweise auf dem Friedhof – denn die sehen aus, als hätte man sie auf einer Bühne gefilmt. Das passt nicht so ganz.

Grrrrrr ... (Foto: Paramount Pictures)

Grrrrrr … (Foto: Paramount Pictures)

Grundsätzlich ist „Friedhof der Kuscheltiere (2019)“ aber ein spannender Horrorfilm geworden. Ab der zweiten Hälfte entfaltet sich der Terror auch recht ungehemmt. Beispielsweise der Tod von Nachbar Jud wird keineswegs zimperlich dargestellt. Zudem sind die Schauspieler treffsicher zu Charakteren und Filmgeschehen ausgewählt. Was allerdings fehlt, ist das zermürbende und aufwühlende Gefühl in der Magengegend, wenn Kater und Tochter Ellie (ja, in dieser Version stirbt sie) von den Toten auferstehen. Das hätte man intensiver hinbekommen müssen.

Die Versionen

Anders als sein jahrelang indizierter Vorgänger passiert der Film die FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren. „Friedhof der Kuscheltiere (2019)“ ist seit dem 15. August auf DVD, Blu-ray, 4K Ultra-HD sowie als Download erhältlich.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Gut gemachte, aber reduzierte Version eines Horrorklassikers.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Friedhof der Kuscheltiere (2019)"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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