Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneFreiwild – Zum Abschuss freigegeben

Öko-Horror mit einer Prise Zeitgeist von der Insel.

Diesen Thriller aus dem malerischen schottischen Hochland haben vermutlich Vegetarier verursacht. Das Steak vermiest er uns trotzdem nicht. Dafür ist er zu schwach geraten.

Die Geschichte

Lies das jetzt: „Das Fleisch von beiden Seiten salzen und pfeffern. In heißem Öl kräftig anbraten …“ (Foto: Tiberius Film)

Schlechte Zeiten für echte Kerle hoch zu Ross. Großbritannien verbietet die Treibjagd. Ab sofort ist der Abschuss wilder Tiere nur noch per Pirsch erlaubt – und auch das nur mit strengen Regeln.

Fünf Freunde fahren übers Wochenende ins schottische Hochland, um sich ein ordentliches Stück Rotwild in den Kühlraum zu hängen. Einer von ihnen ist Lucas Bell, ein erklärter Freund der Jagd. Dass er das auch im Fernsehen deutlich heraushängen ließ, hat ihm unter Tierschützern eine Menge Feinde verschafft.

Die Fünf sind erfolgreich. Doch am Morgen nach dem Festmahl wachen sie in Unterwäsche auf, in der unwirtlichen Wildnis verteilt. Jemand hat sie entführt, entblättert und einzeln ausgesetzt. Und jetzt schießen diese Jemande auch noch auf sie. Sind es militante Tierschützer, die ihre eigene kleine Hetzjagd veranstalten?

Die Fünf fangen sich, finden sich – und nehmen den Kampf auf.

Filmkritik „Freiwild – Zum Abschuss freigegeben“

Hat einer mein Handtuch gesehen? (Foto: Tiberius Film)

Die Filmidee ist super und hoch interessant. Nur leider unterlaufen Regisseur Edward Boase und Autor James Walker einige Fehler, mit denen sie ihr – durchaus wichtiges – Plädoyer gegen Tierquälerei unnötig schwächen. So war es vielleicht als Story-dienlich gedacht, dass vier der Protagonisten wie in einer Doku in Interviews auf die Ereignisse zurückblicken. Der Nachteil: Wir wissen sofort, dass zumindest diese vier überleben – zack, ist wieder etwas Spannung fort. Immerhin nicht gänzlich, denn einer fehlt ja noch.

Außerdem ist die Treibjagd auf die Opfer zu kurz geraten. Wir kommen nicht dazu, die Verzweiflung zu spüren und mitzufiebern. Eine Form der Aussichtslosigkeit stellt sich gar nicht erst ein. Zu schnell kriegen die Ausgesetzten die Lage wieder in den Griff. Stattdessen nervt eine unnötige Beziehungskiste, die gerade den Anfang des Films in die Länge zieht.

Immerhin schafft Boase im Finale doch noch eine enorme Spannung. Hier ist das Timing gut, die Angst spielt mit. Und dass er die Gesichter der Täter nicht zeigt, macht die Sache umso bedrohlicher. Doch dann kommt der finale Fehler. Denn er lässt seinen Film viel zu belanglos auslaufen. Wollte er die Tierschützer nicht zu böse aussehen lassen? Wir wissen es nicht. Sein Film wirkt dann nur noch wie eine Schreckschusspistole und nicht wie das Jagdgewehr, das es hätte sein müssen.

Die Versionen

Die Atmosphäre dürfte Jugendliche unter 16 Jahren verstören, vor allem das deutlich gezeigte Ausweiden des Wildes. Damit geht die FSK-Freigabe ab 16 Jahren in Ordnung.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Da wird das Steak in der Pfanne nicht verrückt. Milder Öko-Horror ohne nachhaltigen Eindruck.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Freiwild – Zum Abschuss freigegeben"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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