Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneDie Besessenen

Homeschooling mal anders

Der Titel klingt erst einmal vielversprechend. Auch der Fakt, dass sich „Die Besessenen“ an der Horror-Novelle „The Turn of the Screw“ von Henry James anlehnt, lässt einiges erwarten. Noch besser: das Drehbuch schrieben die Hayes-Brüder, die bereits für „House of Wax“, „Conjuring – Die Heimsuchung“ und „Conjuring 2“ verantwortlich waren. Damit stehen ja schon fast 5 Bewertungssterne fest, oder etwa doch nicht?

Die Geschichte

Grrrrr (Foto: Universal Pictures)

Grrrrr (Foto: Universal Pictures)

1994. Die junge Kate Mandell (Mackenzie Davis) wagt einen Neuanfang. Also nimmt sie das Jobangebot an: Privatlehrerin für Flora Fairchild (Brooklynn Prince). Die braucht dringend Unterricht, denn die frühere Gouvernante flüchtete vom Anwesen. Aber das erfährt Kate erst später. Dort angekommen, zeigt sie sich optimistisch. Etwas seltsam zumute wird Kate allerdings, als Flora mit ihr eine Hausbesichtigung macht. Das Anwesen ist riesig. Fast schon gespenstisch groß. Und den Südflügel soll sie meiden – warnt die Siebenjährige.

Floras Bruder Miles (Finn Wolfhard) ist etwas älter und bereits Teenager. Kate erfährt, dass er von der Schule verwiesen wurde. Doch Miles scheint das überhaupt nicht zu stören. Auch die Haushälterin Mrs. Grose (Barbara Marten) bleibt unbeeindruckt. Sie erzählt ihr, dass die beiden eine schwere Zeit hatten. Flora war Zeuge des Todes ihrer Eltern. Seitdem hat das kleine Mädchen das Anwesen nicht mehr verlassen.

Wer kommt denn da? (Foto: Universal Pictures)

Wer kommt denn da? (Foto: Universal Pictures)

Im Laufe der Zeit verhalten sich die Kinder Kate gegenüber immer seltsamer. Sie bittet Mrs. Grose um Hilfe. Diese beteuert aber, dass sie mit den wohlerzogenen Kindern nie Probleme hatte. Es ist aber auch noch etwas anderes. Das Haus – es spukt.

Eines Nachts begegnet Kate dem Geist von Miss Jessel. Die ehemalige Hauslehrerin hat ihr ein Tagebuch hinterlassen. Kate ist schockiert, als sie darin liest. Das scheint aber erst der Anfang der Wahrheit zu sein. Denn mit jedem Tag wird es ein Stück ungemütlicher.

Filmkritik „Die Besessenen“

Schau, keine angeknabberten Fingernägel (Foto: Universal Pictures)

Schau, keine angeknabberten Fingernägel (Foto: Universal Pictures)

Die Erwartungen an „Die Besessenen“ waren hoch. Spätestens nach der ersten Hälfte des Films ist klar: Das wird so nichts. Die dunklen Geheimnisse sind einfach nicht so dunkel wie sie sein sollten. Schade. Zwar spielen die Darsteller ihre Rollen vollkommen in Ordnung, aber man wird mit ihnen nicht so richtig warm. Das liegt vermutlich daran, dass auf die Charaktere nur oberflächlich eingegangen wird.

Auch richtige Gruselmomente sucht man vergeblich. Möglichkeiten boten sich einige an. Stichwort: Nähzimmer und Schneiderpuppe. Entsprechend bleibt die Spannungskurve auf einem überschaubaren Niveau. Gut gelungen sind hingegen vereinzelte Kameraeinstellungen, um das mystisch angehauchte Anwesen entsprechend in Szene zu setzen.

Das eiskalte Händchen ist wieder da (Foto: Universal Pictures)

Das eiskalte Händchen ist wieder da (Foto: Universal Pictures)

Was zum Schluss bleibt, sind durchschnittliche Jumpscares – also plötzlich abgespielte Bilder und Geräusche. Davon gibt es einige. Sie erhöhen die Aufmerksamkeit doch nur kurzzeitig. Was fehlt, ist eine tiefgründige Handlung oder eine Portion subtiler Horror. Momente, bei denen man Gänsehaut bekommt, hätten dem Filmgeschehen durchaus gutgetan. Also etwas Skurriles oder Angsteinflößendes – unterm Strich etwas, was dem Titel „Die Besessenen“ gerecht werden sollte.

Die Versionen

Geringe Gewaltdarstellung, etwas Mystik, kein Blut. Die FSK winkt „Die Besessenen“ mit einer Freigabe ab 16 Jahren durch. Der Film ist ungeschnitten und läuft knapp 1 Stunde und 30 Minuten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Neuverfilmung einer Novelle, doch die Schraube dreht sich nicht weit genug.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Die Besessenen"

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Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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