Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneDeath Note – Die komplette Saga

Intelligente Horrorkost aus Japan – auch für sensible Gemüter

Auch nicht alltäglich: Ein Realfilm-Remake einer japanischen Anime-Serie. In Japan ein Riesenerfolg, in den USA wird gerade ein US-Remake produziert und wir können diese Filme nun auf DVD oder Blu-Ray bestaunen.

Die Geschichte(n)

Der Totengott: Punk trifft Extrem-Lifting (Foto: WVG Medien)

Der Totengott: Punk trifft Extrem-Lifting (Foto: WVG Medien)

Die Death Note-Saga besteht aus den beiden Filmen „Death Note“ und „Death Note – The Last Name“ sowie dem Spin-Off „L: Change The World“. Die Blu-Ray-Ausgabe enthält die beiden erstgenannten Titel, auf DVD befinden sich alle drei Filme in der Hülle.

Death Note

Der Student Light Yagami findet ein scheinbar achtlos weggeworfenes Notizbuch. Schnell stellt er fest, dass jeder Mensch, dessen Name er in dieses Buch schreibt, an einer Herzattacke stirbt – es sei denn, er definiert innerhalb eines engen Zeitraums die Todesursache selbst.

Light beginnt mit einer beispiellosen Abrechnung mit der japanischen Unterwelt. Früher oder später merkt auch die Polizei, dass die plötzliche signifikante Häufung der Todesfälle kein Zufall ist – auch wenn es sich um scheinbar natürliche Tode handelt.

Da die Polizei nicht mehr allein in der Lage ist, den Täter zu finden, heuert sie den Meisterdetektiv L an, einen exzentrischen Jüngling mit einer hohen Affinität für Süßigkeiten.

Es entbrennt ein subtiler Kampf zwischen Light und dem Detektiv.

Death Note – The Last Name

Dumm gelaufen: L guckt in die Röhre (Foto: WVG Medien)

Dumm gelaufen: L guckt in die Röhre (Foto: WVG Medien)

Obwohl der Meisterdetektiv L den jungen Studenten Light Yagami als möglichen Täter bereits im Visier hat, ist es ihm noch nicht gelungen, einen schlüssigen Beweis für dessen Schuld zu erhalten.

Zeitgleich taucht ein zweites Death Note auf, das der TV-Journalistin Misa Amane in die Hände fällt. Zu zweit killen sie hemmungslos drauflos, während L verzweifelt versucht, einen handfesten Beweis für Lights Schuld zu finden.

L: Change The World

Die Sache mit dem Death Note ist gerade mal ausgestanden, als aus heiterem Himmel Terroristen auftauchen. Die wollen ein hochgefährliches Virus freisetzen, um die Weltbevölkerung auszulöschen.

L hat nur noch 23 Tage, um den Kerlen das Handwerk zu legen und gleichzeitig die kleine Tochter eines getöteten Wissenschaftlers zu schützen. Sie trägt als einzige die Antikörper gegen die todbringende Krankheit in sich.

Filmkritik „Death Note – Die komplette Saga“

Falls während des Flugs ein Ernstfall eintritt ...  (Foto: WVG Medien)

Falls während des Flugs ein Ernstfall eintritt … (Foto: WVG Medien)

Ein Realfilm-Remake einer Anime-Serie aus Japan? Konnte das gut gehen? Die Antwort lautet eindeutig ja. Typisch für asiatische Filme ist ein gewisses Maß an Naivität, das auch hier nicht fehlt. Der Meisterdetektiv ist stark überzeichnet und wirkt eher wie ein zu groß geratenes Kind. Die Shinigamis, Totengötter, die nur für die Besitzer der Death Notes sichtbar sind, sind gerenderte Gestalten mit starkem Manga-Touch. Damit wirken sie auf keinen Fall bedrohlich oder gar gruselig.

Dennoch schaffen es die drei überlangen Filme, einen recht hohen Spannungsbogen zu erhalten und den Zuschauer an die Geschichte zu fesseln. Auch wenn die asiatische Mentalität nicht immer mit unserer europäischen Lebensweise in Einklang zu bringen ist, so fällt es nicht sonderlich schwer, den Protagonisten und deren Intentionen zu folgen.

Japanische Horrorfilme haben in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach den Zuschauer überraschen können (Beispiel: Die Ring-Trilogie) und Hollywood dazu genötigt, eilends ein eigenes Remake zu fabrizieren. Auch Death Note wird dieses Schicksal widerfahren: Die Warner Bros. haben bereits die Filmrechte erworben. Der erste Streifen soll 2014 in die Kinos kommen.

Den Filmen ist deutlich anzusehen, dass die Macher auch den Markt außerhalb Asiens im Fokus hatten. Alle wichtigen Elemente sind dem internationalen Markt angepasst. Die schriftliche Anleitung im Death Note ist sogar in Englisch.

Vielleicht ist es dieser Anpassung zu verdanken, dass die Filme trotz gewisser Schwächen ausgesprochen gut funktionieren. Den Begriff „Horror“ müssen wir hier natürlich etwas weiter fassen. Wirklich gruselig wird es hier nicht. Aber die Filme sind sehr spannend und unterhaltsam. Das Spin Off „L: Change The World“ fällt sogar endgültig aus der Horror-Kiste heraus und kommt als solider Action-Thriller daher – ist aber stellenweise sehr unglaubwürdig (z. B. ein japanischer FBI-Agent? Sachen gibt’s …)

Etwas schwer zu durchschauen ist dagegen die Vertriebspolitik von I-ON. Auf DVD sind alle drei Filme enthalten. Wer der Blu-Ray den Vorzug gibt, muss das Spin Off gesondert kaufen. Trotz der Schwächen spricht nichts gegen eine sehr wohlwollende Bewertung, obwohl der Nachzügler „L: Change The World“ gegenüber den beiden anderen Filmen deutlich abfällt.

Die Versionen

Die drei Filme sind bemerkenswert gewaltarm und daher auch keine Opfer deutscher Zensurwut. Der erste Film hat sogar noch eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren, die beiden anderen Filme und damit die Boxen sind ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Gute Idee, gut und spannend umgesetzt und dank des naiven Charmes trotz einiger Schwächen sehr sympathisch.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Death Note – Die komplette Saga"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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