Filmkritik Bewertung: 1/5 SterneDas deutsche Kettensägenmassaker

Horror-Trash vom kürzlich verstorbenen Berufsprovokateur Christoph Schlingensief.

Wessis schlachten Ossis. Eigentlich eine ganz nette Idee. Nur leider so erbärmlich umgesetzt, dass es jede dauerkiffende Ruhrpott-Gang besser hinbekommen hätte.

Die Geschichte

Deutschland, 1990. Eine Flut von Ostdeutschen ergießt sich über das Land der Wessis. Sie suchen Freiheit, Arbeit, das Glück. Auch Ossi Clara (Karina Fallenstein) bricht aus Leipzig auf, um in den Westen zu gehen. Zuvor befreit sie sich noch auf rustikale Weise von ihrem Gatten.

Im Ruhrpott gerät sie an eine Fleischerfamilie, die mitunter auch dem Inzest frönt. Sie schlachtet Ossis und verarbeitet sie zu Fleisch- und Wurstwaren. Und überhaupt ist im gelobten Westen nichts so, wie es sich Clara vorgestellt hat. Sie muss sich ihrer Haut wehren, sonst landet auch sie in der Wurst.

Filmkritik „Das deutsche Kettensägenmassaker“

Der Slogan von Christoph Schlingensiefs Machwerk lautet: „Sie kamen als Freunde und wurden zu Wurst.“ Und das ist auch schon das Lustigste an dem Film.

Wir könnten Schlingensief jetzt wohlwollend seinen großen Hang zur Symbolik als Pluspunkt auslegen: Der Westen schmorte zu lange im eigenen Saft (das Inzest-Motiv) und brauchte dringend mal etwas frisches Blut (das – etwas graue – Fleisch der Ossis). Und dass die Wessis mit der Wiedervereinigung nichts Gutes im Schilde führten sondern nur auf ihren eigenen Vorteil aus waren. Welch entlarvende Satire. Allerdings nicht ganz ohne eine gewisse Weitsicht, das müssen wir an dieser Stelle schon zugeben.

Die Bild-Zeitung erhob diesen Leberkäse zum „Kinotipp der Woche“. Die „Zeit“ schrieb sogar: „Ein riesiger Spaß. Hart, laut, dreckig und ehrlich.“ Haben die wirklich denselben Film gesehen? Sind Kritiker wirklich so blind, dass sie keinen Misthaufen erkennen, wenn sie ihn sehen? Vergleiche zu Hape Kerkelings legendärer „Hurz“-Nummer in der Musikschule drängen sich auf. Auch die Experten dort haben den Hurz-Furz nicht erkannt, den Kerkeling ihnen auftischte.

Wir dagegen blicken schon nach zehn Minuten sehnsüchtig zur Uhr. Noch immer 53 Minuten Qualen. Schlingensiefs Drehbuch war vermutlich kaum dicker als eine Wurstpelle. Ein bisschen Einheitseuphorie, Sätze wie „Willkommen in der Freiheit“. Der Rest ist Brüllen, Keifen, Nerven und blindwütiges Dilettieren.

Die schauspielerischen Leistungen liegen irgendwo zwischen einem Kindergarten und der Laienspielgruppe aus Niedersulzbach. Jedes Hacksteak spielt besser. Von Dramaturgie kann keine Rede sein, die Kameraführung bekommt jeder Hobbyfilmer besser hin.

Das Beste am Film ist seine Länge: Das Massaker dauert nur 63 Minuten, und auch die sind ungefähr eine Stunde zu lang.

Um es frei nach den Worten des von mir sehr verehrten Oliver Kalkofe zu formulieren: Das ist keine Kunst, das ist auch kein Kult. Das ist einfach nur gequirlte Scheiße.

Die Versionen

Die 63 wohl ungeschnittenen, viel zu langen 63 Minuten sind von der FSK ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Grässliches Machwerk von Christoph Schlingensief. In die Wurst damit.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Das deutsche Kettensägenmassaker"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
Mehr von Martin Riggs  

Weitere Filmkritiken im Genre Slasher

Mehr zeigen