Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneDark Places – Gefährliche Erinnerung

Neulich im Kill Club

Den Beweis, dass Erinnerungen gefährlich sein können, will der Horrorthriller „Dark Places“ antreten. Er basiert auf einem Roman von Gillian Flynn. Die hatte mit „Gone Girl“ schon die Vorlage für einen Ausnahmethriller geliefert. Das gelang ihr hier allerdings nicht.

Die Geschichte

Für Libby (Charlize Theron) gibt es grad nix zu tun (Foto: Concorde Video)

Libby Day (Charlize Theron) hatte keine leichte Kindheit. Im Alter von acht Jahren wurde ihre Familie brutal ermordet. Verurteilt wurde ihr Bruder Ben (Corey Stoll), der zur damaligen Zeit einer satanischen Sekte angehörte. Sie war die einzige Augenzeugin.

Seit dem schrecklichen Vorfall lebt Libby einsam und zurückgezogen. Sie finanziert sich von Spendengeldern, die ihr Freiwillige zukommen lassen. Allerdings wird das Geld allmählich knapp. Daraufhin kontaktiert Libby ein Mitglied der Gruppe Kill Club. Bei dieser sogenannten Interessengemeinschaft von Hobby-Ermittlern soll sie als Gesprächsgast auftreten und über die Geschehnisse vor gut 30 Jahren erzählen. Des Geldes wegen willigt sie ein.

Während des Treffens erfährt Libby, dass ihr Bruder vielleicht unschuldig im Gefängnis sitzt. Blöd nur, dass sie damals gegen ihn ausgesagt hat. Krampfhaft versucht sie, mit ihren Erinnerungen zurechtzukommen und alles noch einmal Schritt für Schritt durchzugehen. Weit kommt sie nicht und so besucht Libby ihren Bruder Ben im Gefängnis. Der schwere Kampf mit der Vergangenheit beginnt.

Filmkritik „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“

Der junge Ben greift auch mal zur Axt (Foto: Concorde Video)

Mit „Dark Places“ begegnet uns ein spannender Film, der kaum langweilige Stellen hat. Jedenfalls ist das in den ersten zwei Dritteln der Fall. Blutgierige Horrorfans kommen hier zwar weniger auf ihre Kosten. Gewaltszenen gibt es so gut wie nicht. Dafür erwartet uns eine vertrackte Geschichte, die sich von Filmminute zu Filmminute aufklärt. Auch die Besetzung der Hauptrolle geht mit Charlize Theron („Prometheus – Dunkle Zeichen„, „Mad Max: Fury Road“) vollkommen in Ordnung.

Regisseur Gilles Paquet-Brenner hat offenbar an dem filmischen Stilmittel der Rückblende Gefallen gefunden. Er bedient sich daran ausgiebig. Was am Anfang ganz okay erscheint, wird später aber schnell zur Geduldsprobe. Grund dafür ist, dass wir oft nicht wissen, ob es sich um die aktuelle Geschichte, oder eben um eine dieser Rückblenden handelt. Auch reißt uns diese Machart unweigerlich aus dem momentanen Filmgeschehen heraus.

Familiengespräch hinter Gittern (Foto: Concorde Video)

Ein weiterer Kritikpunkt ist ganz klar das letzte Drittel im Film. Hier kommt die Geschichte viel zu schnell zum Finale. Überraschungen gibt es keine mehr. Dafür zieht sich der Schluss dann doch wieder in die Länge. Hier hätten wir uns einen knackigeren Abschluss mit vielleicht noch einer finalen Wendung gewünscht. Vermutlich liegt es aber einfach an der literarischen Vorlage, die ebenfalls etwas langatmig endet.

Die Versionen

„Dark Places“ liegt als FSK-16-Version mit einer ungekürzten Laufzeit von 113 Minuten vor.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Zwar nicht wirklich gefährlich, aber dennoch gut gemachter Thriller für Zwischendurch.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Dark Places – Gefährliche Erinnerung"

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Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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