Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneCyborg 009-1

Was kommt nur immer für abgefahrener Kram aus Japan?

Mit diesem hochtourigen Reißer aus Japan kommt eine weitere Manga-Verfilmung nach Deutschland. Die ist zwar ganz schön blutig, ansonsten aber eher blutleer.

Die Geschichte

Ja, so stellt sich der japanische Filmemacher den Kampfroboter vor (Foto: Tiberius Film)

Ja, so stellt sich der japanische Filmemacher den Kampfroboter vor (Foto: Tiberius Film)

Schon 140 Jahre dauert der kalte Krieg zwischen der Ost- und der Westzone (Nein, jetzt bitte keine Ossi- und Wessi-Witze reißen!) In der Mitte, quasi zwischen den Fronten, liegt J-Country – vermutlich das ehemalige Japan.

Dort treffen immer wieder Spione aus den Zonen aufeinander, um sich gegenseitig Vorteile abzuluchsen. Einer dieser Spione ist Cyborg 009, die mit bürgerlichem Namen Mylene Hoffman heißt und ein unglaublich hässliches Lederkostüm trägt. Sie soll ihre Schöpferin, Doktor Klein, aus den Händen der Gegner befreien.

Dabei trifft sie auf korrupte Bullen, andere Cyborgs und Organhändler. Und sie mäht sich bis zur Wahrheit durch. Doch die ist ziemlich unangenehm und hat mit den Alpträumen zu tun, die sie seit Jahren quälen.

Filmkritik „Cyborg 009-1 – The End of the Beginning“

Eines vorweg: Die Grenze für einen neuen Kalten Krieg nach Japan zu verlegen, ist eine lustige Idee, Respekt. Zumal ich mich frage, wer in der Ostzone leben soll. Da ist doch nur der Pazifik.

Wehrlose Wissenschaftlerin? Denkste. Auch Doktor Klein schießt scharf (Foto: Tiberius Film)

Wehrlose Wissenschaftlerin? Denkste. Auch Doktor Klein schießt scharf (Foto: Tiberius Film)

Doch mit solchen Ungereimtheiten hält sich diese Manga-Verfilmung gar nicht erst auf. Sie gibt von Anfang an Vollgas und lässt die Waffen sprechen. Und in der Tat sind die Kampfszenen fetzig und ziemlich professionell inszeniert. Wobei die Hauptdarstellerin selbst ihre Arbeit fast immer von einem (deutlich muskulöseren) Double erledigen lässt. Die flotten Schnitte ergeben zusammen mit eingestreuten Zeitlupen einen beinahe ästhetischen Rhythmus – den allerdings die seltendämlichen und billigen Einschusseffekte wieder aushebeln. Was waren das nur für schöne Zeiten, als noch Farbbeutel auf den Körpern der Opfer explodierten. Hier sieht dagegen alles nur aus wie ein Arcade-Spiel aus den Neunzigern. Was übrigens wirklich jeden Digital-Effekt in diesem Film betrifft.

Von einer Story zu sprechen, wäre in etwa so, als suchten wir Action-Elemente in „Casablanca“. Sicherlich ist die Idee ganz nett, und die Macher versuchen sich sogar an einer überraschenden Schlusswendung. Aber das alles stirbt im Kugelhagel, ertrinkt in Blut und wirkt ohnehin viel zu atemlos erzählt. Etwas Verwirrung lässt sich dabei auch nicht verleugnen.

Wir reden über puren Trash. Hier regieren knappe Röcke, eine unverhohlene aber zuweilen auch unangenehme Portion Sexismus und die pure Lust am Krawall. Und warum sollte man sich da mit komplexen Charakteren und allzu vielen Drehtagen aufhalten?

Die Versionen

Schreck lass nach, prangte auf der Presse-Blu-ray doch glatt das blaue Emblem für eine Freigabe ab 16 Jahren. Aber ganz so nachlässig waren die Prüfer von der FSK dann doch nicht und gaben das Gemetzel ab 18 Jahren frei. Und das ist angesichts der kaltschnäuzigen Gewalt und des propagierten Frauenbilds völlig angemessen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Schnell heruntergekurbelter Billig-Krawall aus Japan. Für abgehärtete Vielgucker.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Cyborg 009-1"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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