Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneChernobyl Diaries

Ein tödlich strahlender Reisebericht.

Wen stört schon Radioaktivität? Wenn man auf Extremtourismus steht, dann locken schon mal Ausflüge an spezielle Orte, wie beispielsweise die Geisterstadt Pripyat. Gleich um die Ecke stehen die verlassenen Atomreaktoren von Tschernobyl, wo es vor 25 Jahren zu einer der größten Atomkatastrophen kam. Eine Gruppe von sechs jungen Leuten will’s wissen.

Die Geschichte

Da drüben ist also das Atomkraftwerk Tschernobyl (Foto: Warner Bros.)

Die Brüder Chris (Jesse McCartney) und Paul (Jonathan Sadowski) verbringen den Urlaub mit ihren Freundinnen in Russland. Eines Abends steckt Chris seinem Bruder, dass er Natalie einen Heiratsantrag machen will. Die Ringe hat er schon.

Am nächsten Morgen entscheiden sie spontan, einen Kurzausflug zu machen. Paul hat einen alten Bekannten, der spezielle Touren anbietet. Im Büro von Uri treffen sie auf Michael und Zoe, die sich auch für den Ausflug nach Pripyat in der benachbarten Ukraine entschieden haben.

Die Fahrt mit dem klapprigen Bus dauert zwei Stunden. Dort angekommen, gehen sie auf Fototour. In einem der Neubaublöcke treffen sie überraschenderweise auf einen Bären. Es wird zwar niemand verletzt, doch der Vorfall läutet das Ende des Ausflugs ein. Zurück am Bus, müssen sie feststellen, dass jemand den Zündverteiler sabotiert hat. Das Funkgerät hat auch keinen Empfang mehr und gleich wird es dunkel. Schöner Mist.

Filmkritik „Chernobyl Diaries“

Auf der Spur: irgendetwas hat da grad geraschelt (Foto: Warner Bros.)

Es ist ein flotter und vor allem spannender Film geworden. Zeit für Langeweile lässt das Drehbuch von „Paranormal Activity“-Macher Oren Peli nicht. Alle Charaktere wirken unverfälscht und handeln für unseren Geschmack realistisch. Hinzu kommt, dass man als Zuschauer in ein bedrückendes Umfeld mitgenommen wird. Verlassene Häuser, Totenstille und blasse Farben sorgen schnell für angemessen beklemmende Atmosphäre. Die Sympathiewerte für die Figuren steigen indes. Übrigens: Jonathan Sadowski ist kein Unbekannter im Filmbusiness. Er spielte bereits in „Stirb Langsam 4.0“ und „Freitag der 13. (Remake 2009)“ mit.

Der komplette Film „Chernobyl Diaries“ ist in einer Art Found-Footage-Stil gedreht. Im ersten Moment ist allerdings nicht klar, ob sich ein siebtes Reisemitglied hinter der Kamera verbirgt. Dem ist allerdings nicht so. Die Aufnahmen bleiben ohne große Wackler, und die Kameraschwenks sind vertretbar. Damit bleiben uns die Kopfschmerzen aus anderen Found-Footage-Reißern netterweise erspart.

Amanda und Paul werden verfolgt (Foto: Warner Bros.)

Bei der Stange bleiben wir dagegen durch die kleinen Schreckpunkte, die immer wieder geschickt in die Geschichte eingeflochten sind. Auch die Tag-Nacht beziehungsweise Hell-Dunkel Szenen bringen Dynamik. Allerdings sind einige Szenen unter der Stadt von Pripyat etwas zu dunkel geraten – das könnte aber auch der Authentizität geschuldet sein.

Die Versionen

„Chernobyl Diaries“ wurde ab 16 Jahren freigegeben und läuft ab 21. Juni im Kino.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Brisantes Thema, das seit Fukushima wieder in den Medien präsent ist. Ein Reisebericht mit dem besonderen Nervenkitzel.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Chernobyl Diaries"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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