Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneCabin Fever – The new Outbreak

Vergesst 2002 - es beginnt von Neuem

Muss das wirklich sein? Muss man von gerade mal 14 Jahre alten Filmen schon Remakes drehen? Offenbar schon, denn hier ist der Beleg dafür. Die neue Version von „Hostel“-Erfinder Eli Roth‘ „Cabin Fever“ von 2002 sieht zwar schick aus, ist aber schlicht überflüssig. Und sie hat noch ein weiteres Problem.

Die Geschichte

Boah, ’n Bunny am Straßenrand! (Foto: Tiberius Film)

Der Ort erweist sich aber erst beim zweiten Hinsehen als passend, denn es gibt kein Fernsehen, kein Telefon und kein Internet. Dafür ein ruhiges Waldgebiet und einen malerischen See.

Der Spaß geht gleich los: Ein Paar vergnügt sich sofort auf dem Zimmer. Das zweite Paar muss sich zwar noch besprechen, aber eine sexuelle Episode scheint sich auch hier anzubahnen. Bleibt als fünftes Rad am Wagen noch Bert (Dustin Ingram), der sich zu unserer Freude als Vollpfosten mit destruktivem Talent entpuppt, dank Brennspiritus beinahe den Wald ansteckt und mit einem halbautomatischen Schnellfeuergewehr unkontrolliert herumballert.

Später schießt er aus Schreck oder Panik auf den unverhofft auftauchenden und schwer krank aussehenden Einsiedler Henry (Randy Schulman). Der überlebt jedoch und fleht Bert an, einen Arzt zu holen. Bert will aber nicht und seine Kumpels ebenfalls nicht. Henry wird zunächst zum Running Gag, weil er nahezu unkaputtbar erscheint und sogar eine Feuerattacke übersteht.

Doch die Truppe ahnt nicht, dass es sich hierbei um eine ansteckende Erkrankung handelt, die den Körper auf grässliche Weise zerfrisst.

Filmkritik „Cabin Fever – The New Outbreak“

Ein zerplatzender Hund, Blutfontänen aus dem Mund, bröckelnde Unterleibe. Passt doch.

Nicht wirklich. Erstaunlich viele Ungereimtheiten stören irgendwie den Filmgenuss. Der simple Aufbau „gute Städter gegen böse Hinterwäldler“ überzeugt nicht, weil Regisseur Travis Z seine Charaktere derart überdreht agieren lässt, als hätten sie alle eine Schraube locker. Die Studenten sind unverständlich kalt und gewissenlos, die Landbewohner irritierend dämlich und aggressiv. Die Krönung ist schließlich eine attraktive Polizeibeamtin, die wie eine Stripperin nach der Saalschlacht aussieht.

Nach dem Baden erstmal Whatsapp checken (Foto: Tiberius Film)

Doch warum wirkt alles so unausgegoren? Die Erklärung ist wohl, dass beim Verfassen des Drehbuchs stellenweise ungenau von Original abgepaust wurde. Schließlich handelt es sich nicht wie vom „deutschen“ Titel versprochen um einen „New Outbreak“, sondern um ein Remake. Denn im Original heißt der Film nur schlicht „Cabin Fever“. Hier und da taucht sogar der Untertitel „Reboot“ auf.

Interessant: Nachdem wir das Original aus dem Jahr 2002 nochmal gesehen haben, wird auch die Handlung des aktuellen Streifens nachvollziehbar. Und das ist schlicht peinlich für die Drehbuchautoren.

Eli Roth, Autor und Regisseur des ersten „Cabin Fever“, hat diesen Film mit produziert und gibt seinen guten Namen als Präsentator her. Ob er das schwache Drehbuch ignoriert hat?

Die Versionen

Derbe Blutfontänen, eklige Wundmale, nach und nach zerfallende Menschen – der Film ist ab 18 Jahren freigegeben und in folgenden Varianten angekündigt: als DVD (Laufzeit rund 95 Minuten), Blu-ray und als Blu-ray 3D (Laufzeit jeweils 99 Minuten). Als Extras gibt es einen elfminütigen Blick hinter die Kulissen und den Trailer.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Ganz hübsch anzusehene Neuverfilmung, aber derart ungereimt, dass sich der Horrorspaß in Grenzen hält.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Cabin Fever – The new Outbreak"

Über den Autor Alptruck

Rezensiert seit acht Jahren wieder regelmäßig Filme und Comics. Sein Nickname wurde ihm Ende der 70er zu Punk-Zeiten verpasst, weil er offenbar etwas nervte und Albdruck so ähnlich klingt.
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