Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneAttack of the Undead – Lost Town

Einmal mehr: Zombies aus der Mogelpackung

Ein halbwegs annehmbarer Zombiestreifen, künstlich aufgepeppt mit einem Schummeltitel, unnötige Referenzen zum Serienklassiker „The Walking Dead“, Freigabe künstlich auf „ab 18 Jahre“ hochgejubelt, fertig ist die Enttäuschung. Unnötigerweise, wie wir finden, denn der Streifen ist zwar kein Klassiker, aber auch nicht der Reinfall zu dem er künstlich gemacht wurde.

Die Geschichte

Die wenigen Überlebenden sind auf der Hut (Foto: Tiberius Film)

Die wenigen Überlebenden sind auf der Hut (Foto: Tiberius Film)

Die Handlung des Films ist schnell erzählt, besonders viel Neues gibt es nämlich nicht: Eine Gruppe von vier Überlebenden versucht, bei der allgegenwärtigen Bedrohung durch Zombies dennoch durchzuhalten. Wie es sich für dieses Genre gehört, gelingt das mal gut, mal weniger gut. Dabei versuchen die Beteiligten überdies, der Ursache für die Katastrophe näher zu kommen.

Filmkritik „Attack of the Undead – Lost Town“

Zunächst zum Film selbst: Er bringt wenig Neues. Allerdings sind die Charaktere gut gezeichnet und darüber hinaus eigenständig genug, um diesem Beitrag zum Zombie-Genre ein gewisses Maß an Originalität bescheinigen zu können. Wir alle wissen, wie diese Filme ausgehen: Einige überleben, andere nicht. Vielleicht ergibt sich bereits zu Beginn des Films, wer das Glück hat, ein paar Tage älter zu werden. Vielleicht aber auch nicht – deswegen schauen wir uns ja solche Filme an, um mit den Figuren ein wenig mitfiebern zu können. Die Besetzung wirkt frisch, unverbraucht und die Schauspieler machen ihren Job ganz gut.

Wenn der Marathonlauf mal wieder länger dauert (Foto: Tiberius Film)

Wenn der Marathonlauf mal wieder länger dauert (Foto: Tiberius Film)

Wer sich die nötige Zeit für den Streifen nimmt, der erwarte bitte jetzt auch nicht den ganz großen Heilsbringer für das Zombiefilm-Genre. Das ist er nicht, es handelt sich hierbei einfach nur um Durchschnittware. Nicht mehr, wie uns das schreiende Cover verkünden möchte – aber eben auch nicht weniger.

Eigentlich müssten wir an dieser Stelle aufhören. Denn unser Job besteht darin, den Film als solchen zu bewerten und nicht die Marketing-Strategie, die dahintersteckt. Das ist gut und schön, in diesem Fall aber leider unmöglich. Folgen wir dem, was uns die Marketing-Abteilung von Tiberius Film unterzujubeln versucht, haben wir es hier mit dem ultimativen Spin-off von „The Walking Dead“ zu tun. Tatsächlich kann der Film aber noch nicht einmal im Ansatz mit der Serie mithalten, es war mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch gar nicht die Absicht der Macher gewesen.

Tatsächlich heißt der Film „Another World“. Er hat nicht das Geringste mit dem angeblichen Vorgänger „Attack of the Undead“ zu tun – eben bis auf die Gemeinsamkeit, dass hier ganz offenkundig versucht wurde, Kunden gezielt hinters Licht zu führen. Bei „Attack of the Undead“ handelt es sich um eine US-Produktion mit dem wesentlich passenderen Titel „State of Emergency“. Die angebliche Fortsetzung ist hingegen eine israelische Produktion. Tiberius Film täte gut daran, es mal mit seriöser Werbung zu versuchen, anstatt wie der Türsteher einer Porno-Bar nach dem Rattenfänger-Prinzip unbedarfte Kunden zu ködern.

Die Versionen

Der Film ist vergleichsweise harmlos und wurde folgerichtig ab 16 Jahren freigegeben. Das große rote FSK-18-Siegel ist lediglich Teil der Mogelpackung. Daher ist nichts gekürzt, der Film ist in seiner vollen Pracht zu bestaunen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Kein großartiger, aber ein solider Zombiestreifen, leider durch unseriöse Werbestrategie künstlich aufgeblasen.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Attack of the Undead – Lost Town"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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