Matomo

Bewertung: 4/5 Sterne

Filmkritik Anna und die Apokalypse

Schottische Schüler singen in einem wilden Genremix Zombies voll.

Nicht alles, was uns der Verleih als Komödie verkaufen will, ist auch eine. Muss aber auch nicht sein. Denn dieses schöne Stück aus Schottland (!) ist ein tolles, frisches Musical mit klasse Liedern und famosen Jungdarstellern.

Die Handlung

Anna singt sich die Apokalypse einfach schön. Auch gut (Foto: WVG Medien)

Anna singt sich die Apokalypse einfach schön. Auch gut (Foto: WVG Medien)

Das Leben ist gerade so öde … Anna geht noch zur Schule. Dabei hat sie Pläne für die Zukunft. Sie will nach Australien, was ihrem Papa, dem Hausmeister der Schule, allerdings so gar nicht gefällt.

Dann überrennen Zombies kurz vor Weihnachten die Kleinstadt, und Anna muss sich zusammen mit ihrem besten Freund John und einigen Mitschülern im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagen. Aber dabei kann man ja trotzdem ein flottes Liedlein trällern, oder?

Filmkritik „Anna und die Apokalypse“

Ja, klar ist die Geschichte so dünn wie ein Notenheft. Der Krach mit dem Papa, der beste Freund, der aber doch heimlich verliebt ist, der machohafte Macker, mit dem Anna aber im Bett war, und der am Ende doch eine sensible Seite hat – alles geschenkt, alles in Ordnung. Auch dass die Protagonisten nicht immer logisch und rational handeln, bin ich in dem Genre schon gewohnt. Da gab es auch wirklich schon schlimmeres.

Der Schneemann hat Mundfäule (Foto: WVG Medien)

Der Schneemann hat Mundfäule (Foto: WVG Medien)

Was hier zählt, ist das Gefühl. Und davon gibt es reichlich. „Anna und die Apokalypse“ ist tatsächlich genau das mitreißende Musical, das das erklärte Vorbild „La La Land“ niemals war. Hatte der Oscar-Zampano im Grunde nur eine einzige knallige Gesang- und Tanzszene zu bieten – nämlich gleich am Anfang –, bringt es „Anna …“ gleich auf eine ganze Packung. Jedes Stück besser als das andere, vorgetragen von tollen und sympathischen Darstellern, die vermutlich alle von der Musical-Schule geholt wurden. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Eine Sache muss ich allerdings einfach mal geraderücken: Der Film ist nicht die Komödie, die der Verleih uns hier weismachen will. Ein paar schöne Lacher sind zwar drin. Im Laufe des Films werden die aber deutlich seltener. Und das Finale ist geradewegs traurig und geht richtig zu Herzen, natürlich untermalt mit der perfekt passenden Musik. Das alles ist gut, aber eben anders als zunächst erwartet.

Anna hat zwar keine Peitsche, dafür aber eine Zuckerstange (Foto: WVG Medien)

Anna hat zwar keine Peitsche, dafür aber eine Zuckerstange (Foto: WVG Medien)

Da ist es beinahe zu verschmerzen, dass es nicht allzu krasse und viele Zombie-Tötungs-Action gibt. Ein paar saftige Dinger kommen vor, am Ende hält es sich aber in Grenzen. Was auch am Budget gelegen haben mag. Nicht ganz so toll ist hingegen, dass dem Film im letzten Drittel sichtlich die Puste ausgeht. Macht in der Summe der kleinen Mängelchen einen Stern Abzug.

Die Versionen

Inzwischen kennen wir das ja von der FSK. Ein beinahe surrealer Zombiefilm mit einigen schönen Bluteffekten, aber auch auflockernder Musik geht geschmeidig mit einer Freigabe ab 16 Jahren durch. Völlig in Ordnung so.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Achtung, schottische Brise fürs Zombiegenre – „La La Land“ kann sich zerhackt legen.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Anna und die Apokalypse"

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Über Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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