Filmkritik Bewertung: 1/5 SterneAmerican Poltergeist: The Curse of Lilith Ratchet

Glück dem, der seinen Kopf verliert.

Der Besuch der alten Dame: Eine Geistershow nimmt sich dem Fluch der toten Lilith Ratchet an und lässt die Verstorbene auferstehen. Die blutigen Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten.

Die Geschichte

Das kleinste Übel…. (Foto: Lightstorm Entertainment)

Das kleinste Übel…. (Foto: Lightstorm Entertainment)

Alice und ihre Freundin Lauren entdecken in einem Esoterikladen einen geheimnisvollen Schrumpfkopf, den sie vorsichtshalber klauen. So richtig wissen sie jedoch nicht, was sie damit anfangen sollen und bringen das gute Stück dem Paranormal-Experten Hunter Perry. Die Geschichte von Lilith Ratchet, die einst als frustrierte Ehefrau ihren Mann beim Fremdgehen erwischte und dafür selbst geköpft wurde, begeistert Perry. Um die Klickrate seiner Webshow zu steigern, will er den Fluch der Lilith Ratchet live während einer Party beschwören.

Ernst nimmt das Spiel niemand – ein Fehler. Denn schon bald geistert die alte Lady mit Gichtfingern und in gut gekleideter Robe durch die Stadt. Nachdem die ersten Leichen auftauchen, wird allen Beteiligten bewusst, dass der Poltergeist einen blutigen Plan verfolgt. Nur das Köpfen einer anderen Person kann das grauenhafte Treiben stoppen. Freiwillig melden will sich allerdings niemand.

Filmkritik „American Poltergeist: The Curse of Lilith Ratchet“

Warten auf die Rumpel-Oma (Foto: Lightstorm Entertainment)

Warten auf die Rumpel-Oma (Foto: Lightstorm Entertainment)

Es gibt B-Filme, die machen Spaß, weil sie so sind, wie sie sind. Allerdings hatte Regisseur Eddie Lengyel offensichtlich nicht einmal diesen Anspruch an seine kleine Schauermär. Dem Drehbuch kann man dabei nicht unbedingt einen Vorwurf machen. Die recht simple Story folgt zwar dem klassischen Muster und bedient alle Regeln, ist dabei aber zumindest stringent. Ein alter Fluch, naive Jugendliche und eine rachsüchtige Lady, die nicht aufhört zu morden, bis sämtliches Blut vergossen ist. Eine Storyline, die schon öfters verfilmt wurde, aber nicht zwangsläufig schlecht sein muss.

Denn der wahre Horror entsteht durch die Inszenierung. Wäre der Spuk mit einer Prise Selbstironie versehen, hätte sich „American Poltergeist“ für ein lustiges Trinkspiel geeignet. In jeder Szene, in der die Schauspieler eigentlich in Wut, Trauer oder Angst ausbrechen und in Tränen aufgelöst sein sollten, fehlt es nämlich an: Tränen! Ob es an der mangelhaften Qualität des Personals liegt oder an harten Budgetkürzungen, ist nicht überliefert. Tatsache ist, dass die Qualen der Hauptdarsteller in ihrem Spiel sich direkt auf den Zuschauer übertragen – und das nicht im positiven Sinne.

Hui Buh ist im Ranking des Gänsehaut-Faktors vor mir? Verdammt... (Foto: Lightstorm Entertainment)

Hui Buh ist im Ranking des Gänsehaut-Faktors vor mir? Verdammt… (Foto: Lightstorm Entertainment)

Gleiches gilt auch für die Dame Ratchet, die als titelgebende Figur schon auf dem Cover die Marschrichtung vorgibt. Mit erhobenen Krallenhänden und gespitzten Zähnen wandelt sie durch Flure, Kellerräume und Badezimmer und bleibt dabei stumm, mechanisch und keineswegs gruselig. Mehr Charakterstärke lässt sich in dem ruhelosen Geist nicht ausmachen.

Die Versionen

Der Film kommt in ungekürzter Version ins Heimkino und ist mit einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren versehen. Blut und Schockeffekte wurden bei der Inszenierung offensichtlich vergessen, was die FSK etwas überhöht wirken lässt.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Hier werden Zuschauer und Figuren gleichermaßen verflucht: Diesem Poltergeist fehlt es an jeglicher Grundausbildung.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "American Poltergeist: The Curse of Lilith Ratchet"

Über den Autor Cotton Weary

Als Kind der 90er Jahre wuchs Cotton Weary mit der gerade startenden Teenie-Horrorwelle auf. „Scream“ legte nicht nur den Grundstein für die Freude an Horrorfilmen, sondern war auch der Stein des Anstoßes, um Kino lieben zu lernen.
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