Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneAmerican Mary

Kreative Rache für Medizinstudenten – mit Schuss im Oberstübchen.

Abstruse, aber nicht wirklich verdammungswürdige Mischung aus Torture-Porn und Rape & Revenge-Thriller mit der Botschaft „Leg dich niemals mit einer Chirurgin an“.

Die Geschichte

Ein Schnitt und alles sieht ganz wunderbar aus. (Foto: Universal Pictures)

Ein Schnitt und alles sieht ganz wunderbar aus. (Foto: Universal Pictures)

Mary Mason ist eine äußert talentierte angehende Chirurgin, die vor dem Problem steht, dass sie ihr Studium nicht mehr so ohne weiteres finanzieren kann. Durch Umwege gerät sie allerdings in eine Welt von Fetischisten, die sich für sehr viel Geld sogenannten Körpermodifikationen unterziehen –chirurgische Eingriffe, die eine Person gezielt entstellen. Im Laufe der Zeit erarbeitet sie sich einen sehr guten Ruf in der Branche und kann durch ihre Einnahmen das Studium locker finanzieren.

Auf einer Party bei ihrem Professor bekommt sie allerdings K.o.-Tropfen verabreicht und wird vom anwesenden Lehrkörper der Reihe nach vergewaltigt. Das lässt sich Mary natürlich nicht gefallen und nimmt Rache. Und was liegt da näher, als auf die jüngst erworbenen Erfahrungen in der Body-Modification-Branche zurückzugreifen?

Filmkritik „American Mary“

Ohne Frage: Dieser Film ist über weite Strecken unterhaltsam und witzig. Er zeigt, dass man die ansonsten eher sinnfreien Subgenres mit den erquicklichen Namen „Torture Porn“ und „Rape & Revenge“ auch intelligent bedienen kann. Das haben hier die beiden Regisseurinnen geschafft. Mit viel schwarzem Humor stoßen sie den Zuschauer in eine völlig abstruse Welt von Fetischisten, die sich trotz ihres naturgemäß auffälligen Äußeren kaum auf der Straße finden lassen.

Nichts für schwache Nerven - Lachen konnten nur die anderen. (Foto: Universal Pictures)

Nichts für schwache Nerven – Lachen konnten nur die anderen. (Foto: Universal Pictures)

Wir erleben, wie die Geschichte geschickt mit den Sujets der Fetisch-Szene spielt und nach und nach die Handlung in eine Richtung treibt, die auf einen sehr finsteren weiteren Verlauf schließen lässt. Und wir werden nicht enttäuscht. Gleichwohl monieren wir die recht lange Anlaufzeit, die aufgrund der relativ komplexen Story zwar nötig, aber leider nicht sonderlich unterhaltsam ist. Auch die Gewalteinlagen erwarten Fans dieser Subgenres natürlich zwingend. Sie werden nicht enttäuscht. Wir indes verschlucken uns allerdings bei dem mitunter gegebenen Ausmaß an sadistischer Freude doch ein wenig.

In die Wertung fließt auch mit ein, dass der Handlungsverlauf immer wieder ein wenig holpert und dass sich ab und zu gepflegte Langeweile breit macht. Wirklich Spannung mag einfach nicht aufkommen. Damit schippert der Streifen solide im Mittelfeld vor sich hin. Kein wirklicher Kracher, aber auch kein Film, den wir sofort wieder einstampfen lassen würden.

Die Versionen

Natürlich ist solch ein Film ab 18 Jahren freigegeben – und das zu Recht. Die Zensurschere blieb erfreulicherweise in der Schublade.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Es hätte schlimmer kommen können. Solider Thriller ohne besondere Highlights.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "American Mary"

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Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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