Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneAlyce – Außer Kontrolle

Düsterer Gewalt- und Drogentrip in der kaputten Großstadt

Dieser Rausch soll wahrscheinlich eine Art Psycho-Drama sein. Das mag manchen gefallen, die sich gern unsere fertige Zivilisation präsentieren lassen. Anderen geht dieser ewige Drogen- und Gewaltkram langsam aber sicher auf die Nerven.

Die Geschichte

Alyce hat gerade einen ziemlich miesen Tag (Foto: Tiberius Film)

Alyce und Carrol sind beste Freundinnen. Sie gehen gern zusammen weg, reißen Typen auf, ziehen sich was rein, und trinken alles, was in eine Flasche passt. Eines Nachts gibt Alyce ihrer Freundin auf einem Dach einen Schubs. Carrol fällt und liegt fortan grässlich entstellt auf der Intensivstation. Sie kann nicht sprechen, weiß aber sehr wohl, wem sie ihre missliche Lage zu verdanken hat.

Alyce hat Schuldgefühle. Sie taumelt weiter durchs Leben, lässt sich von ihrem Dealer missbrauchen und ihrer Chefin anschnauzen. Da platzt ihr eines Tags das Röckchen. Sie greift zu Kanone und Baseballschläger und übt blutige Rache.

Filmkritik „Alyce – Außer Kontrolle“

Einen Amok-laufenden Großstädter hatten wir schon in „Taxi Driver“. Gekifftes, bis die Murmel dampft, gab es schon in „Trainspotting“ und „Fear and Loathing in Las Vegas“. Und selbst da ermüden irgendwann die ständigen Halluzinationen und künstlich verwischten Trance-Aufnahmen.

Alyce hat gerade einen Typen geschächtet (Foto: Tiberius Film)

So auch hier. Ungefähr auf der Hälfte des Films drücken wir gelangweilt den Vorspulknopf. Sicherlich zeigt uns Regisseur Jay Lee die böse Großstadt so, wie sie ist. Taugt sein Film deshalb gleich als Satire, Drama oder Psycho-Studie? Nein, denn er verfehlt seine Wirkung. Er kommt lediglich so informativ rüber wie ein Reiseführer durch die City, lässt aber auch genau so kalt. Wir entwickeln kein Verhältnis zu den Figuren, schauen stattdessen auf das Display unseres Blu-ray-Players und warten auf das Ende. Das ist wiederum so rüde und unmenschlich, dass uns der Atem stockt.

Mag sein, dass die schauspielerischen Leistungen recht gut sind. Sie entschädigen trotzdem nicht für ein weiteres steriles City-Gemetzel.

Die Versionen

Auf der Blu-ray-Hülle prangt der Schriftzug „Uncut“. Die Drogenexzesse und der schon abartig brutale Amoklauf rechfertigen voll und ganz die FSK-Freigabe ab 18 Jahren.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Rüdes Sozialdrama, das leider nicht zu fesseln weiß.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Alyce – Außer Kontrolle"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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