Matomo

Bewertung: 4/5 Sterne

Filmkritik Run – Du kannst ihr nicht entkommen

Mutter weiß es am besten

Zwischen Diane und ihrer schwerkranken 17-jährigen Tochter Chloe scheint alles in Butter zu sein. Doch ein fast schon unauffälliges Ereignis trübt die Harmonie. Kurz darauf steht ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum.

Die Handlung

Gibt es denn hier keinen Lift? (Foto: Leonine)

Gibt es denn hier keinen Lift? (Foto: Leonine)

Krankheiten sind doof. Und die 17-jährige Chloe (Kiera Allen), die von der Hüfte abwärts gelähmt ist, hat jede Menge davon. Sie hat unter anderem Asthma, leidet unter Diabetes und plagt sich mit verschiedenen Hautausschlägen herum. Ihr Leben bereitet ihr sicherlich nicht so viel Spaß, aber sie macht das Beste daraus. Sie ist technisch begabt und bastelt gerne an elektronischen Sachen herum. Im Alltag wird sie unterstützt von ihrer Mutter Diane (Sarah Paulson, American Horror Story, Ratched), die sich alle Beine auszureißen zu scheint, um ihrer Tochter ein halbwegs angenehmes Leben zu ermöglichen. Für die Zubereitung allergenarmer Speisen baut sie sogar eigenes Gemüse an.

Ist also alles im grünen Bereich? Nicht ganz. Eines Tages bemerkt Chloe, dass ihre Mutter offenbar ein Medikament nimmt, das in graugrünen Kapseln verabreicht wird. Als aber just solche Kapseln in ihrem Medikamentenplan auftauchen, wird Chloe stutzig. Ist das wirklich ein Ersatz für eine nicht mehr lieferbare Arznei? Mutters Erklärungen klingen nicht überzeugend. Weder für Chloe noch für den Zuschauer. Sie beginnt zu recherchieren und erlebt ihr blaues Wunder.

Filmkritik „Run – Du kannst ihr nicht entkommen“

Das gemütliche Mutter-Kind-Abendbrot täuscht ... (Foto: Leonine)

Das gemütliche Mutter-Kind-Abendbrot täuscht … (Foto: Leonine)

Zugegeben, der Zuschauer dürfte nach recht kurzer Zeit wissen, wie der Hase läuft, oder es zumindest erahnen – in diesem Elternhaus stimmt etwas ganz und garnicht! Diane misshandelt ihre Tochter mit Medikamenten und tarnt sich als kümmernde Mutter. Diese Erkenntnis ist jedoch nicht weiter schlimm. Ausgehend von diesem Punkt klärt Regisseur Aneesh Chaganty in spannenden Minuten, ob es Chloe gelingen wird, sich aus dieser brutalen Obhut zu befreien. Er inszeniert seine grausame Mutter-Tochter-Geschichte größtenteils als Kammerspiel und lässt seine Kontrahentinnen im beengten Kosmos eines Einfamilienhauses aufeinander los.

Chaganty zeichnet hier das Bild einer scheinbar überbesorgten Mutter, die die Bewegungsfreiheit ihrer Tochter aufs Äußerste eingeschränkt hat und immer schneller ihre freundlich wirkende Maske fallen lässt. Sarah Paulson gibt ihr ein freundliches und zugleich diabolisches Wesen. Auch Kiera Allen, die übrigens auch privat auf einen Rollstuhl angewiesen ist, überzeugt als junge Frau, die alle Gefühlsstadien von Irritation über Ungläubigkeit bis hin zur nackten Angst durchlebt.

Huch, nur ein Traum. (Foto: Leonine)

Huch, nur ein Traum. (Foto: Leonine)

Die Inszenierung ist ruhig und kommt ohne große Action oder Schockeffekte aus. Trotzdem schafft es Chaganty, den Spannungsbogen bis zum Schluss immer weiter zu steigern, so dass der Zuschauer bei diesem schnörkellos und geradlinig erzählten Psychothriller gerne am Ball bleibt.

Die Versionen

Den Film „Run“ gibt es als DVD, Blu-ray und ist ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Fesselnder Thriller um körperliche und geistige Misshandlung, der einen ganz schön aufwühlt. Als Zugabe winkt eine fiese Schlusspointe.614ba174dd864ea8ad2695d7f9336893

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Run – Du kannst ihr nicht entkommen"

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Über Alptruck

Rezensiert seit acht Jahren wieder regelmäßig Filme und Comics. Sein Nickname wurde ihm Ende der 70er zu Punk-Zeiten verpasst, weil er offenbar etwas nervte und Albdruck so ähnlich klingt.
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