Matomo

Bewertung: 3/5 Sterne

Filmkritik Raw

Junge Frau beißt sich an der Uni durch - bei den Mitstudenten.

Nichts für eingefleischte Vegetarier: In „Raw“ kommt eine junge Französin auf den Geschmack von Menschenfleisch. Das ist leider weniger spannend als es klingt.

Die Handlung

Läuft bei ihr: Justine hat Nasenbluten (Foto: Universal Pictures)

Läuft bei ihr: Justine hat Nasenbluten (Foto: Universal Pictures)

Justine (Garance Marillier) will ebenso wie ihre Eltern und ihre Schwester Alexia (Ella Rumpf) Tierärztin werden. An der Universität erwarten die 16-jährige Vegetarierin neben wilden Partys skurrile und demütigende Aufnahmerituale.

Dazu zählt auch, dass sie die rohe Niere eines Kaninchens essen muss. Das beschert ihr nicht nur üblen Ausschlag, sondern scheint ebenso einen tief in ihr sitzenden und unkontrollierbaren Hunger auf Fleisch zu wecken, der auch vor Menschen nicht halt macht. Der bei einem Unfall abgeschnittene Finger ihrer Schwester ist da erst der Anfang.

Filmkritik „Raw“

„Raw“ ist nicht in erster Linie ein Horrorfilm. Vielmehr legt Regisseurin Julia Ducournau hier ein Werk vor, in dem es um das Erwachsenwerden und um sexuelles Erwachen geht. Obwohl das für viele wohl auch der reinste Horror sein kann. Ducournau wirft ihre Protagonistin in eine fremde Welt, in der sie zwischen Studium, Drogen, sexuellen Versuchungen und fragwürdigen Praktiken der älteren Studenten ihren Platz finden muss.

Haben sich zum Fressen gern: Justine und Alexia (Foto: Universal Pictures)

Haben sich zum Fressen gern: Justine und Alexia (Foto: Universal Pictures)

Auch wenn sich der Film mit dem Thema Kannibalismus beschäftigt und diese Szenen teils auch recht drastisch zeigt, wollte sich bei uns die wohl gewollte – und vom Verleih herbeizitierte – Schockwirkung nicht so recht einstellen. Und wenn wir den Aspekt der Menschenknabberei außer Acht lassen, bleibt nicht viel Horror übrig. Dafür ist die Handlung zu gediegen und nicht annähernd gruselig genug.

Dennoch können wir dem Werk eine gewisse Faszination nicht absprechen, was zu großen Teilen an Hauptdarstellerin Garance Marillier liegt, die ihre Rolle mit voller Hingabe spielt. Daneben ist es vor allem die seltsame und makabre Universitätswelt mit ihren Bräuchen und Ritualen, die den Film vor dem kompletten Absturz rettet.

Die Versionen

Der Härtegrad des Films bleibt im Rahmen der verdienten 16er-FSK-Freigabe. Zwar gibt es einige blutige Momente, mit den berühmt-berüchtigten italienischen Kannibalenfilmen kann und will „Raw“ allerdings nicht mithalten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Unausgegorenes Teenager-Kannibalen-Drama, das nicht ohne Faszination ist, aber außer einer guten Hauptdarstellerin nicht viel zu bieten hat.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Raw"

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Über Rick Deckard

Sein Pseudonym kommt aus seinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ von Ridley Scott. Der ist auch schon seit seiner Jugendzeit sein unangefochtener Lieblingsregisseur, gefolgt von Namen wie David Lynch, Terry Gilliam oder den Coen-Brüdern.
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