Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneA Little Bit Zombie

Bräutigam mutiert zum Zombie, kommt aber um seine Hochzeit trotzdem nicht herum.

Es ist wieder einer jener Filme, die der Zombie-Figur komische und sogar romantische Seiten abringen wollen. Ach ja, und eine ganze andere Sicht auf das Genre gibt es auch. Und wieder geht es gründlich schief, denn in diesem Film herrscht einfach nur (un)tote Hose.

Die Geschichte

„Oh nein, das ist ja eine Hand. Wie kommt die denn dahin?“ (Foto: Ascot Elite)

Wir kennen alle diese Paare: Ein Teil ist ganz in Ordnung, der andere ist ein Vollidiot oder ein Tyrann oder beides. Steves Drachen heißt Tina und ist mit ihm verlobt. Sie zickt mit Vorliebe sinnlos herum und legt sich mit Steves Schwester Sarah und deren Ehemann Craig an.

Im Vorfeld der Hochzeit fahren die vier in den Urlaub irgendwo ins Hinterland. Vielleicht lassen sich ja die Probleme noch aus der Welt schaffen. Der Zufall will es, dass sich in eben dieser Gegend auch einige Menschen in Zombies verwandelt haben. Einen der Untoten sticht eine Mücke. Vollgepumpt mit dem verseuchten Blut fliegt sie weiter, geradewegs ins Urlaubsdomizil des zänkischen Quartetts. Und sticht Steve.

Der hat kurze Zeit später enormen Hunger auf Gehirn, andere Kost scheint ihn nicht mehr zu interessieren. Seine Begleitschaft ist zunächst geschockt, findet sich aber bald mit der Lage ab. Schließlich kann doch die Hochzeit nicht wegen einer solchen Lappalie platzen.

Doch dann stehen plötzlich ein Zombiejäger (Stephen McHattie, „300“, „Shoot em up“) und dessen hübsche Assistentin vor der Tür. Sie wollen Steve ans faulende Leder.

Filmkritik „A little bit Zombie“

Ob die Glaskugel verrät, wann der Film endlich zu Ende ist? (Foto: Ascot Elite)

Der Film ist ein bisschen wie ein Zombie: Er ist nicht komplett gammelig aber auch nicht richtig frisch. Tatsächlich lässt er uns ein wenig ratlos zurück. Einerseits hat er ein paar wirklich lustige Einfälle. Einige Slapstick-Nummern sind richtig gut, ebenso wie manche Sprüche. Auch diesen überdrehten Was-bin-ich-heute-aber-witzig-Stil nehmen wir billigend in Kauf. Denn mitunter ist er durchaus geschickt platziert.

Was aber überhaupt nicht hinhaut, sind die viel zu vielen langgezogenen Dialoge. Nicht jeder Drehbuchautor ist ein Quentin Tarantino und weiß die Worte zum Tanzen zu bringen. Doch offenbar versuchen es immer wieder einige – ohne Erfolg und ohne Zeitgefühl. Was bleibt, ist eine nervenaufreibend geschwätzige Nummer, der es unterm Strich deutlich an Tempo fehlt. Dafür reihen sich unwitzige Dialoge aneinander und zaubern uns ein Gähnen ins Gesicht. Das Ganze ist einfach nicht lässig und die Hauptfigur – wie so häufig in Zombiekomödien – ein Waschlappen.

Und der Schluss des Films ist ja wohl erst recht mal gar nichts.

Bemerkenswert ist dagegen ein Teil der Entstehungsgeschichte des Films. Regisseur Casey Walker hat unter anderem Geld über einen Aufruf im Internet aufgetrieben. Und offenbar jeden Spender im Abspann als Co-Produzent aufgeführt. Zumindest sieht die Liste ganz danach aus. Damit ist „A little bit Zombie“ ein durch Crowd Funding finanzierter Zombiefilm. Eine ordentliche Zombie Crowd wäre uns allerdings lieber gewesen, aber auf die warten wir in diesem weichgespülten Komödchen vergebens.

Die Versionen

Sonderlich viele Schauwerte gibt es nicht. Die wenigen blutigen Effekte rechtfertigen die FSK-Freigabe ab 18 Jahren.

Das Urteil von Horrormagazin.de

A little bit boring – zerschwafelte Komödie, lahm wie ein Zombie.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "A Little Bit Zombie"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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