Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneZimmer 205 – Traust du dich rein?

Come closer and see, see into the dark ...

„Das Gute bei einem Remake ist, dass man sich das Original tausend Mal anschauen und genau diskutieren kann, wie man es besser machen könnte“, sagt Produzent Boris Schönfelder. Ob das auch für die deutsche Neuverfilmung des dänischen Mystery-Thrillers „Kollegiet“ gilt? Ja schon, irgendwie.

Die Geschichte

Aha, wer ist hier neu? Abchecken in der Disko. (Foto: NFP)

Aha, wer ist hier neu? Abchecken in der Disko. (Foto: NFP)

Die 19-jährige Katrin (Jennifer Ulrich) bezieht ihre neue Bude im Studentenwohnheim. Damit geht für sie der Traum von den eigenen vier Wänden in Erfüllung. In der Gemeinschaftsküche macht sie auch gleich Bekanntschaft mit Karmen, Sanne und Dirk. Als Katrin erwähnt, dass sie in Zimmer Nummer 205 eingezogen ist, kommt sie mit Dirk etwas intensiver ins Gespräch. So erfährt sie von einer Vormieterin, die über Nacht auf einmal verschwunden war.

Am gleichen Tag entdeckt Katrin in ihrem Posteingang die Freundschaftseinladung eines unbekannten Mädchens. In der E-Mail befindet sich zudem eine Videonachricht. Sie stammt von Annika (Julia Dietze), die spurlos verschwand.

Katrin ignoriert das Ganze und geht auf eine Party. Dort spricht sie ein blonder Student an. Christian hatte sie schon mal in der Uni getroffen. Er reicht ihr eine bunte Gute-Laune-Pille. Sie zögert kurz, nimmt aber an, und die beiden feiern ausgelassen. Schließlich endet der Abend im Bett. Doch die gemeinsame Nacht endet abrupt, als Katrin eine Vision von einem mysteriösen Mädchen hat. Nur ein Traum? Vielleicht. Doch noch weiß Katrin nicht, dass ihr das Mädchen mit der roten Jacke in den nächsten Tagen öfters begegnen wird. Mit bösen Folgen.

Filmkritik „Zimmer 205 – Traust du dich rein“

Katrin und die Waschmaschinen. Doch irgendwas ist da noch. (Foto: NFP)

Katrin und die Waschmaschinen. Doch irgendwas ist da noch. (Foto: NFP)

Der Film „Zimmer 205“ ist kein abgedrehter Psychothriller, bei dem man andauernd grundlos zusammenschreckt. Auch spritzt keinesfalls literweise Blut. Der Film ist vielmehr eine geschickte Kombination aus Spannung, Kopfkino und musikalischer Untermalung.

Das Intro beginnt mit einem Cover von The Cure’s frühem Hit „A Forest“. Und diesem Niveau wird der Film glücklicherweise in den folgenden anderthalb Stunden gerecht. Denn das Remake des dänischen Films „Kollegiet“ ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch clever in Szene gesetzt.

Uns haben dabei zwei Dinge besonders gut gefallen, erstens: Die Atmosphäre hat einen speziellen Charme. Sie hat einen Hang zum Ostalgischen, wirkt aber nie altmodisch. Gedreht wurde in einem alten SED-Schulgebäude in einer Erfurter Neubausiedlung sowie auf einem verlassenen Industriegelände vor Berlin.

Zweitens: Die Darstellung des bösen Geists von Annika ist gelungen. Ihr Gesicht ist immer entweder verdeckt oder verschwommen. Das fördert das Rätselhafte und kitzelt ganz gewaltig an den Nerven. Auch die vereinzelten Schockmomente sind weder übertrieben noch plump, sondern äußerst effektiv.

Das Einzige, was den Filmgenuss doch etwas stört, sind die Dialoge. Sie klingen oft wie vom Blatt abgelesen. Hier hätte man unbedingt noch daran arbeiten müssen. Ganz im Gegensatz zur Musik, die ist Spitze.

Die Versionen

Die FSK hat „Zimmer 205“ ab 16 Jahren freigegeben. Aufgrund einiger Blutszenen und der gruseligen Atmosphäre ist das angemessen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Endlich mal wieder ein guter Horrorthriller aus Deutschland. Filmtipp!

Bewertung: 4/5 Sterne
Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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