Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneToxic Lullaby

Willkommen im Endzeit-Theater.

Nicht alles, was harmlos beginnt, hört auch so auf. Die Friede-Freude-Eierkuchen-Welt verwandelt sich plötzlich in eine düstere und gefährliche Wirklichkeit. Mittendrin steht die junge Eloise, die eben noch mit ihren Freunden das Leben mit bunten Pillen genoss.

Die Geschichte

Verdammt, überall "Schläfer" (Foto: Spontitotal Film)

Verdammt, überall „Schläfer“ (Foto: Spontitotal Film)

Der Tag X: Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Das Chaos ist die einzige Konstante und jeder kämpft ums Überleben. So geht es auch Eloise. Sie wird von einer Gruppe Erwachsener im Wald aufgesammelt. Alle tragen Gasmasken oder Atemschutz und sind bewaffnet. Im ersten Moment wehrt sie sich, will zurück, zurück in ihren Traum. Ständig blitzen diese Bilder von Sonne, blauem Himmel und totaler Freiheit auf. Erst als die so genannten „Schläfer“ angreifen, merkt sie, dass das Bizarre um sie herum echt ist.

Im Laufe der Films stellen sich die Ursachen für diese Misere heraus. Aufgrund einer anbahnenden Finanzkrise begannen Spekulationen um die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Lage geriet außer Kontrolle.

Jetzt sind alle verfügbaren Ressourcen vernichtet. Durch Einsatz biologischer Waffen verbreitete sich zudem noch ein tödliches Virus. Damit entstanden unkontrollierbare Mutanten, die ihre Gier nach Fleisch stillen wollen. Und genau hier setzt die Story von „Toxic Lullaby“ an.

Filmkritik „Toxic Lullaby“

Früher war alles besser (Foto: Spontitotal Film)

Früher war alles besser (Foto: Spontitotal Film)

Auf der Filmhülle steht „28 Days later meets Crazies“ – 28 Minuten später wird klar: der Untertitel kann nicht so ganz stimmen. Was anfangs wie ein moderner Zombiefilm aussieht, entwickelt sich langsam aber sicher zum Kunstfilm. Das fängt mit den Dialogen an. Die einzelnen Gespräche wirken teilweise starr, ja fast schon auswendig gelernt. Man bekommt den Eindruck, als sitze man im Theater und schaue den Darstellern auf der Bühne zu.

Doch plötzlich ändert sich das Bild. Der Zuschauer wird von realistisch wirkenden Action-Szenen überrascht. Dann passen das graue Umfeld und die beengende Stimmung wieder perfekt zusammen.

Eine Gruppe Überlebender (Foto: Spontitotal Film)

Eine Gruppe Überlebender (Foto: Spontitotal Film)

„Toxic Lullaby“ ist ein Sonderfall. Zum einen ist er ein typischer Independentstreifen. Zombies, Blut, Fleisch – alles dabei. Zum anderen fehlen ihm einige Elemente, wie die Liebesromanze und der finale Showdown. Aber genau das ist es, was den Film einzigartig macht. Er lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Die Story ist nicht immer klar vorhersehbar, sodass ein zweites Mal Anschauen schon fast ein Muss ist. Ganz nebenbei hat Ralf Kemper’s Zombiefilm bei dem „New York Independent Film and Video Festival 2010“ den Preis als „Bester internationaler Horrorfilm“ abgestaubt.

Die Versionen

Die uns vorliegende DVD ist ungeprüft.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Direkt und unverblümt – eine wilde Mixtur aus Hollywood-Zombies und Theater-Attitüde.

Bewertung: 4/5 Sterne
Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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Eine Antwort zu “Toxic Lullaby”

  1. Thompsen sagt:

    Das mit den starren Dialogen, gerade zu Anfang, hat mich auch sehr gestörrt. Aber das ist für einen deutschen Film ja fast schon normal. Aber der Streifen hat Gott sei Dank schnell die Kurve genommen und wurde dann deutlich besser.

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