Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneThe Good Neighbor – Jeder hat ein dunkles Geheimnis

Totale Überwachung ... mit Folgen

Regie-Neuling Kasra Farahani offenbart uns mit „The Good Neighbor“ ein dunkles Geheimnis. Oder besser gesagt, das unfreiwillig preisgegebene Geheimnis eines alten Mannes aus der Nachbarschaft.

Die Geschichte

Das Kinderzimmer wird zur Überwachungszentrale (Foto: OFDb Filmworks/Koch Media GmbH)

Das Kinderzimmer wird zur Überwachungszentrale (Foto: OFDb Filmworks/Koch Media GmbH)

Harold Grainey (James Caan) wohnt hier im Viertel schon viele Jahre. Er ist etwas menschenscheu, hat keine Freunde. Zwei Teenager aus der Nachbarschaft haben es auf den alten Mann abgesehen. Sie wollen ihn richtig erschrecken. Ja noch mehr. Sie wollen ihn so verwirren, dass er denkt, in seinem Haus würde es spuken.

Dafür haben Ethan (Logan Miller) und Sean (Keir Gilchrist) Graineys Wohnung mit allerlei Überwachungskameras, Störsendern und Technik-Schnickschnack präpariert. In Ethans Kinderzimmer haben sie die Zentrale aufgebaut. Hier sitzen die Jungs nun Tag für Tag, beobachten und versuchen ihr Opfer zu ärgern. Um daraus eine richtige Dokumentation zu machen, filmen sie alles mit. Über die Konsequenzen machen sich die beiden keine Gedanken. Womöglich könnte der alte Mann dabei auch durchdrehen und den Verstand verlieren. Dieses Risiko gehen die beiden aber ein.

Eines Tages entdecken Ethan und Sean etwas Seltsames. Die Kellertür ist mit einem Sicherheitsschloss versehen. Grainey zieht sich hierhin öfter zurück. Über mehrere Stunden sogar. Da die beiden dort keine Kamera installiert haben, packt sie die Neugier.

Filmkritik „The Good Neighbor – Jeder hat ein dunkles Geheimnis“

Drüben beim Nachbarn: Ein Katz- und Maus-Spiel (Foto: OFDb Filmworks/Koch Media GmbH)

Drüben beim Nachbarn: Ein Katz- und Maus-Spiel (Foto: OFDb Filmworks/Koch Media GmbH)

Der Film „The Good Neighbor“ lässt sich in die Kategorie Found-Footage einordnen. Das sind Filme, die aus Amateur-Aufnahmen zusammengestückelt wirken sollen. Glücklicherweise gehört dieses Stück aber zu denen, die keine Kopfschmerzen durch absichtlich verwackelte Kameraaufnahmen hervorrufen. Regisseur Kasra Farahani hat sich da viel Mühe gegeben. Wir bekommen eine ausgereifte Mixtur aus unterschiedlichen Bildern und Kameraeinstellungen zu sehen. Das ist durchaus kurzweilig.

Ebenfalls gut ausgeglichen wirkt die Besetzung. Auf der einen Seite spielt der alte Hollywood-Star James Caan („Der Pate“, „Misery“) den alten, verbitterten Mann überzeugend und authentisch. Auf der anderen Seite zeigen die Teenager Logan Miller („Scouts vs Zombies“) und Keir Gilchrist sehr gut, wie wenig weitsichtig, aber dafür enorm naiv man doch sein kann. Das färbt auch auf die Geschichte ab. Die ist recht überschaubar geraten und hätte ruhig etwas komplexer sein können. Immerhin kann „The Good Neighbor“ an einigen Stellen überraschen. Das liegt aber dann vor allem an der Person des alten Mannes. Und wir meinen damit nicht das Finale. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht.

Welches Geheimnis hat Harold Grainey? (Foto: OFDb Filmworks/Koch Media GmbH)

Welches Geheimnis hat Harold Grainey? (Foto: OFDb Filmworks/Koch Media GmbH)

Alle, die Filme wie „Paranormal Activity“ und Co. nicht (mehr) sehen können, sollten sich „The Good Neighbor“ ruhig mal vormerken. Gut, der Film ist deutlich weniger bissig. Und auch der Gewaltgrad ist gering. Dennoch macht Farahanis Erstlingswerk eine gute Figur, ist spannend erzählt und ab und zu auch etwas komisch.

Die Versionen

Die FSK hat „The Good Neighbor – Jeder hat ein dunkles Geheimnis“ ab 12 Jahren freigegeben – das ist vollkommen okay. Das blaue Siegel auf dem Cover gibt es durch die enthaltenen Trailer anderer Filme.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Kleiner, feiner Nervenkitzel mit einer Mischung aus Dum­me-Jun­gen-Streich und dramatischer Wirklichkeit.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Good Neighbor – Jeder hat ein dunkles Geheimnis"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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