Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneThe Boy

Kindermädchen für eine Puppe. Abgefahren? Dann lest mal weiter!

Lauren Cohan, die uns als Maggie Greene aus dem TV-Highlight „The Walking Dead“ in bester Erinnerung ist, heuert in diesem vergleichsweise dezenten Grusler als Kindermädchen für ein exzentrisches Ehepaar an. So viel vorweg: Bei der Auswahl der Drehbücher hat die Frau ein ziemlich gutes Händchen.

Die Geschichte

Regel Nummer 9 besagt: "Vergiss nie, ihn zu füttern!". Die dürften alle Eltern irgendwie kennen ... (Foto: Capelight)

Regel Nummer 9 besagt: „Vergiss nie, ihn zu füttern!“. Die dürften alle Eltern irgendwie kennen … (Foto: Capelight)

Die Amerikanerin Greta Evans möchte einen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit ziehen. Sie geht nach England, um bei einem wohlhabenden, aber sehr exzentrischen Ehepaar in einem abgeschiedenen Landsitz einen Job als Kindermädchen anzutreten. Sie staunt nicht schlecht, als sie erkennt, dass es sich bei dem besagten Kind um eine Puppe handelt.

Dennoch muss sie ziemlich klare Regeln befolgen. Diese nimmt sie allerdings nicht so ernst. Denn nachdem die vermeintlichen Eltern für einen Urlaub ihren Landsitz verlassen, lässt sie die Regeln außer Acht und richtet sich auf eine sehr gemütliche Auszeit ein. Doch schon bald bemerkt sie, dass sie die Regeln besser befolgt hätte. Darüber hinaus beginnt sie, das Geheimnis hinter der Puppe zu verstehen. Und das hat es wirklich in sich.

Filmkritik „The Boy“

Mr. und Mrs. Heelshire spielen noch mit Puppen (Foto: Capelight)

Mr. und Mrs. Heelshire spielen noch mit Puppen (Foto: Capelight)

Der Film beginnt sehr gediegen und erinnert uns stark an die Spukhaus-Klassiker aus den 50ern und 60ern. Die klassischen Elemente sind vorhanden: Ein abgelegenes Haus, das an sich bereits verwunschen aussieht, ein Plot, der abstrus, ja, sehr makaber wirkt, einige schräge Leute und sehr viel angedeutetes Unheil.

Lauren Cohan, die bereits in „The Walking Dead“ als Powerfrau rüberkommt, gibt auch hier in diesem Bild nicht wirklich nach. Sie überzeugt allerdings auch auf ganzer Linie in ihrer Rolle als zunächst ahnungslose und völlig irritierte Hauptprotagonistin.

Für den Film spricht außerdem, dass wir uns für eine Weile mit dem Sujet des klassischen Spukhausfilms anfreunden. Doch dann erwischt es uns eiskalt, als sich der Grundtenor von einer Sekunde zur anderen ändert und sich die wahren Abgründe hinter der Geschichte auftun. Auch wenn der Übergang nicht ganz auf den Punkt kommt, freuen wir uns auf ein wirklich furioses Finale. Das dann auch kommt.

Greta hat mit der Puppe einiges zu bereden (Foto: Capelight)

Greta hat mit der Puppe einiges zu bereden (Foto: Capelight)

Genauer werden wir an dieser Stelle nicht, denn das wäre ein Spoiler, der den kompletten Film versauen würde. Also lasst euch selbst überraschen.

Die Versionen

Die Kino-Fassung läuft 98 Minuten, auf DVD sind es 94 Minuten. Es gibt einfach nichts an dem auffallend gewaltarmen Film zu kürzen. Die FSK-Freigabe überrascht dennoch ein wenig: Freigegeben ab 12 Jahren, lautet das Urteil, dem wir uns aber anschließen können. Für noch jüngere Zuschauer erscheint er nicht geeignet.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Ausgesprochen interessanter und origineller Grusel-Thriller, der mit leichten Abstrichen bis zum Schluss zu überzeugen vermag.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Boy"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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