Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneSeoul Station

Obacht, hier kommt ein Zombiefilm mit Tiefgang - und auch noch gezeichnet.

Wer mal wieder etwas ganz anderes im Horrorfilm-Genre sucht, ist hier genau richtig. Dieses Zombie-Drama kommt erstens aus Südkorea, ist zweitens gezeichnet und kommt drittens als Sozialdrama daher. Nix für Freunde leichter Kost.

Die Geschichte

Hat jemand nen Tupfer? (Foto: Splendid Film)

Hat jemand nen Tupfer? (Foto: Splendid Film)

Ein Obdachloser wankt verletzt in die Bahnstation „Seoul Station“ und stirbt. Kurz darauf steht er wieder auf und greift andere Obdachlose an. Eine Zombie-Epidemie bricht aus.

Währenddessen gerät die ehemalige Prostituierte Hye-seon mit ihrem nichtsnutzigen Freund Gi-ung aneinander, weil der sie wieder auf den Strich schicken will. Sie reißt aus. Kurz darauf trifft ihr Vater ein, greift sich Gi-ung und beginnt zusammen mit ihm, seine Tochter zu suchen.

Währenddessen schlurfen in Krankenhäusern, Polizeirevieren und natürlich in der Seoul Station die Zombies umher und jagen alles, was noch sprechen kann. Eine unschöne Situation.

Filmkritik „Seoul Station“

„Seoul Station“ erzählt die Vorgeschichte zu dem Zombiefilm „Train to Busan“. Und ich zähle am besten erst einmal auf, was blutdürstende Allesgucker hier nicht vorfinden: Spritzende Spezialeffekte, markige Helden, coole Sprüche.

Der Papa von Hye-seon sucht seine Tochter (Foto: Splendid Film)

Der Papa von Hye-seon sucht seine Tochter (Foto: Splendid Film)

Stattdessen hält dieser südkoreanische Zeichentrickfilm den aktuellen Verhältnissen den Spiegel vor: Die Hauptpersonen sind durchweg Verlierer am Rande der Gesellschaft. Und sie irren durch einen absolut trostlosen Großstadtdschungel. Obdachlose missbrauchen Krankenhäuser als Unterschlupf, Polizisten sind in erster Linie an sich selbst interessiert, und der Armee sind diese Unterschichten völlig egal. Und das Ende des Films ist an Gemeinheit kaum noch zu übertreffen. Dabei ist die Geschichte selbst gar nicht mal sehr komplex, sondern eher detailliert. Es kommt auf die Zwischentöne an.

Wobei sich natürlich die Frage stellt, ob Zeichentrick dafür das beste Stilmittel ist. Die Figuren bewegen sich hölzern, und die Action ist etwas ungelenk, lediglich die Hintergründe sehen realistisch aus. Damit bleibt das ganze Geschehen seltsam fern. Allerdings erreicht der Film auch ein markantes Alleinstellungsmerkmal. Er ist wirklich etwas Besonderes.

Die Versionen

Die FSK hat den Film ungekürzt ab 16 Jahren freigegeben. Es gibt ein paar Zombie-Ferkeleien zu sehen, allzu blutig ist das Treiben aber nicht. Dagegen ist das ganze Szenario für die Jüngeren wahrscheinlich zu heftig.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Bemerkenswerter Zombie-Beitrag aus Asien, in jeder Hinsicht.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Seoul Station"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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