Filmkritik Bewertung: 1/5 SterneSeekers – Manche Orte sollten nie entdeckt werden

Schatzsuche wird zum Horrortrip.

Gehen fünf Geocacher in den polnischen Wald … das hätte vielleicht ein schön schlechter Witz werden können. Leider versucht er stattdessen als deutscher Beitrag auf der Found-Footage-Horror-Welle mitzuschwimmen.

Die Geschichte

Schöne heile Welt: Der erste Geocaching-Schatz ist gefunden (Foto: Matador Film)

Schöne heile Welt: Der erste Geocaching-Schatz ist gefunden (Foto: Matador Film)

Die Freunde Mike, Eileen, Sarah und George sind Geocaching-Fans. Bei dieser modernen Form der Schatzsuche, sucht man mithilfe von GPS-Koordinaten Geheimverstecke mit allerlei interessantem Inhalt. Ein weltweiter Trend.

Deshalb beschließen die vier Abenteurer, ihren Ausflug in die tiefen Wälder Polens zu dokumentieren und nehmen einen Kameramann mit. Schon bald stoßen sie auf ein verlassenes Hotel.

Kritik „Seekers“

Der deutsche Genre-Film hat einen schweren Stand: Alles, was nicht Komödie oder Drama ist, fristet mehr oder weniger ein Nischendasein. Wir sollten es Regisseur und Drehbuchautor Michael Effenberger also zumindest anrechnen, dass er etwas gegen diesen Umstand unternimmt.

Ist da jemand? Vielleicht ist ja ein verlassenes Hotel mitten im Wald doch nicht der beste Aufenthaltsort? (Foto: Matador Film)

Ist da jemand? Vielleicht ist ja ein verlassenes Hotel mitten im Wald doch nicht der beste Aufenthaltsort? (Foto: Matador Film)

Dabei begibt er sich auf die mittlerweile mehr als ausgetretenen Pfade des Found-Footage-Horrors: In diesem Untergenre des Horrorfilms sieht alles so aus, als hätte die Handelnden alles selbst gefilmt. In Anbetracht der sicherlich schwierigen Finanzierung eines deutschen Horrorfilms eine nachvollziehbare und günstige Entscheidung.

Leider ist „Seekers“ aber nicht geglückt: Viel zu lange hält er sich an Nebenschauplätzen auf, ehe die Reise in den Wald startet. Ab dort ist der Streifen auch durchaus atmosphärisch und mitunter sogar gruselig, jedoch schwächelt die Inszenierung erheblich. Mehr als einmal verstecken sich die Protagonisten in einem dunklen Haus mit eingeschalteter Kameraleuchte. Viele der Szenen wirken auch zu inszeniert, um wirklich als Found-Footage durchgehen zu können.

Zudem stellen wir uns die Frage, für wen diese amateurhafte Doku über das Geocaching überhaupt gedacht sein sollte und wer dann das Material am Ende so dilettantisch zusammengeschnitten hat.

Nein, das Bild stammt nicht aus dem „Blair Witch Project“! (Foto: Matador Film)

Nein, das Bild stammt nicht aus dem „Blair Witch Project“! (Foto: Matador Film)

Wer sich mit der Handkamera in einen Wald begibt, muss sich natürlich den Vergleich mit dem großen Vorbild „The Blair Witch Project“ gefallen lassen. Und da verliert „Seekers“ auf ganzer Linie.

Noch eine Warnung: Das Cover der DVD hat nichts mit dem Film zu tun! Da ist wohl die Fantasie mit dem Verleiher durchgegangen.

Die Versionen

„Seekers“ hat von der FSK ungeschnitten die Freigabe ab 16 Jahre erhalten. Das geht auch in Anbetracht einiger Spannungs- und Schockmomente absolut in Ordnung.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Schwach inszenierter Found-Footage-Horror mit mäßiger Geschichte. Immerhin etwas frischer Wind für die hiesige Filmlandschaft.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Seekers – Manche Orte sollten nie entdeckt werden"

Über den Autor Rick Deckard

Sein Pseudonym kommt aus seinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ von Ridley Scott. Der ist auch schon seit seiner Jugendzeit sein unangefochtener Lieblingsregisseur, gefolgt von Namen wie David Lynch, Terry Gilliam oder den Coen-Brüdern.
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