Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneResident Evil 6: The Final Chapter

Sechste und (vielleicht) letzte Runde für Alice Unkaputtbar

Resident Evil. Teil sechs – ja wirklich. Die langlebige Filmreihe, lose basierend auf dem gleichnamigen Horrorspielklassiker, kehrt im angeblich letzten Kapitel zu ihren Wurzeln zurück.

Die Geschichte

Alice' Eleven: Der Widerstand gegen den Umbrella-Konzern ist noch nicht gebrochen (Foto: Constantin Film)

Alice‘ Eleven: Der Widerstand gegen den Umbrella-Konzern ist noch nicht gebrochen (Foto: Constantin Film)

Alice (Milla Jovovich) zieht noch immer durch die postapokalyptischen USA. Fast die gesamte Menschheit wurde durch das sogenannte T-Virus des bösen Umbrella-Konzerns ausgelöscht oder in Untote verwandelt.

Von der künstlichen Intelligenz Red Queen, die eigentlich das Gehirn von Umbrella ist, erhält Alice den Hinweis, dass sich im unterirdischen Forschungslabor in Raccoon City ein Gegenmittel befindet. In einem Wettlauf gegen die Zeit macht sich die unkaputtbare Heldin auf den Weg zum Ursprung allen Übels und trifft auf alte Freunde und Feinde.

Filmkritik „Resident Evil: The Final Chapter“

Sieht lustig aus, ist aber ernst: Der Lüftungskanal entpuppt sich als tödliche Falle (Foto: Constantin Film)

Sieht lustig aus, ist aber ernst: Der Lüftungskanal entpuppt sich als tödliche Falle (Foto: Constantin Film)

Der Film schließt direkt an den Vorgänger „Resident Evil: Retribution“ an. Damit sollte klar sein, welche Marschrichtung das Werk vorgibt. Wir haben es hier mit einem reinrassigen Actionfilm mit Horrorelementen zu tun. Das sollte keinen Zuschauer mehr überraschen, auch wenn sich einige vielleicht immer noch fragen, wie eine originalgetreue Umsetzung von Capcoms Kulthorrorspiel stattdessen wohl ausgesehen hätte.

Wie schon die Vorgänger punktet auch der neue Film mit der absolut gelungenen Optik. Effekte, Ausstattung und Set-Design müssen sich nicht vor größeren Produktionen verstecken. Zweifellos können wir Regisseur und Jovovich-Ehemann Paul W. S. Anderson ein gewisses Talent nicht absprechen.

Leider zerschießt er diese guten Ansätze im Laufe des Films immer wieder mit fürchterlich unübersichtlichen Actionszenen, die zu nahe am Geschehen kleben und viel zu schnell geschnitten sind. Auch tun sich hier und da inszenatorische Logiklöcher auf, durch die ganze Zombiehorden rennen könnten. Wahlweise verschwinden besagte Untote auch kurz ganz von der Bildfläche, wenn sie Anderson beispielsweise bei einem Zweikampf zwischen Alice und einem Bösewicht stören.

Nicht im Wunderland: Alice hat nach sechs Teilen scheinbar auch genug (Foto: Constantin Film)

Nicht im Wunderland: Alice hat nach sechs Teilen scheinbar auch genug (Foto: Constantin Film)

Die Logik bleibt leider auch bei der Geschichte auf der Strecke. Generell hängt die ganze Serie ja eher lose zusammen. (Hat sich eigentlich mal jemand die Mühe gemacht, zu prüfen, ob die Filme inhaltlich zusammenpassen?) Dabei steckt durchaus eine schön gesellschaftskritische Idee in der Geschichte, die aber viel besser gewirkt hätte, wenn Anderson von Beginn an darauf hingearbeitet hätte. Hat er aber nicht. Spektakel ging immer vor Botschaft.

Schauspielerisch wird Milla Jovovich auch mit diesem Teil ihre Kritiker nicht überzeugen können, warum auch? Ihre Kollegen bleiben ebenso blass, die grausige Synchronisation tut ihr übriges. Wenigstens Iain Glen (Jorah Mormont aus„Game of Thrones“) als schön wahnsinniger Dr. Isaacs macht einigen Spaß.

Die Versionen

Trotz unzähliger Zombies ist der Film ziemlich blutleer und stark auf Action ausgelegt. Dazu passt die FSK-Freigabe ab 16 Jahren.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Auch diesem Resident-Evil-Ableger ist ein gewisser Unterhaltungswert nicht abzusprechen. Hoffentlich war das aber jetzt wirklich der letzte Teil.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Resident Evil 6: The Final Chapter"

Über den Autor Rick Deckard

Sein Pseudonym kommt aus seinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ von Ridley Scott. Der ist auch schon seit seiner Jugendzeit sein unangefochtener Lieblingsregisseur, gefolgt von Namen wie David Lynch, Terry Gilliam oder den Coen-Brüdern.
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