Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneRed Christmas – Blutige Weihnachten

Eine Familienmutter muss sich mit früheren Fehltritten auseinandersetzen. Das wird blutig.

Ein zugehängter Fremder mischt die Weihnachtsfeier einer Familie auf und mordet fröhlich los. Offenbar hat er so seine Gründe dafür. Nun heißt es für die Feierwilligen nicht mehr „Merry Christmas“, sondern „Red Christmas“.

Die Geschichte

Im Kreise seiner Lieben: Der Fremde will auspacken (Foto: SchröderMedia)

Im Kreise seiner Lieben: Der Fremde will auspacken (Foto: SchröderMedia)

Die Familie von Diane ist verzankt. Die lebensfrohe Tochter Ginny ist schwanger und fetzt sich ständig mit ihrer Schwester Susi. Die ist hingegen ziemlich verklemmt, mit einem Priester verheiratet und betet ständig. Der alte Joe kümmert sich ein bisschen um den Haushalt, ist dabei aber stets mit gutem Zeug zum Rauchen ausgestattet. Und gesoffen wird sowieso.

Zu Weihnachten haben sie sich alle in Dianes Haus versammelt und streiten sich mal wieder. Da klingelt es an der Tür. Ein verhüllter Typ mit lallender Stimme steht draußen und bittet um Einlass. Die Christin Diane bittet ihn herein und gibt sich zunächst gastfreundlich. Da will er plötzlich einen Brief vorlesen, der mit der Ansprache „Liebe Mutter …“ beginnt.

Diane rastet aus und lässt den Schleiermann rauswerfen. Doch der sinnt auf Rache, streicht ums Haus und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Doch wer ist er, und welches Geheimnis hütet Diane vor ihrer Familie?

Wie war nochmal der Text? Na, mal nachschauen (Foto: SchröderMedia)

Wie war nochmal der Text? Na, mal nachschauen (Foto: SchröderMedia)

Und wer wird am Ende überleben?

Filmkritik „Red Christmas“

Ist Dee Wallace(-Stone) wirklich eine Horrorlegende? Nur weil sie in vielen Horrorfilmen mitgespielt hat, und sonst in kaum etwas bedeutsamem? Immerhin war auch einiger Käse dabei wie zum Beispiel „Robocroc“. Na, sei’s drum, PR-Leute müssen ja immer ein bisschen drüberschießen.

Allerdings gehört dieser Terrorstreifen zu den solideren Werken von Frau Wallace. Grob gesagt lässt er sich in einen starken Anfang, einen herkömmlichen Mittelteil und ein konsequentes, aber irgendwie ungeschicktes Ende aufteilen.

Zu Beginn begeistert Regisseur Craig Anderson mit einer handwerklich lupenreinen und ordentlich mysteriösen Einleitung. Viel erklärt wird da noch nicht, das kommt noch. Dann geht es weiter, indem die Familienkonflikte auf den Tisch kommen. Hier treffen wir auf überzogene, aber durchaus treffende Figuren der heutigen Zeit. Ein bisschen Fanatismus, ein bisschen Späthippie-Coolness – das ist ganz unterhaltsam und erzeugt einige Spannungen.

Blöde Situation, aber ´ne Knarre könnte helfen (Foto: SchröderMedia)

Blöde Situation, aber ´ne Knarre könnte helfen (Foto: SchröderMedia)

Dann taucht der Kuttenträger auf, und wir geraten in den Wir-müssen-uns-verschanzen-und-um-unser-Leben-fürchten-Mittelteil. Der ist ziemlich derbe und durchaus nicht unspannend geraten. Aber im Grunde geht es zu wie in so vielen anderen Filmen dieser Art.

Dauert aber zum Glück nicht allzu lange, denn nach kompakter Laufzeit kommt auch schon das bittere Ende. Dessen Inhalt verraten wir hier nicht. Nur dass Anderson im Rahmen seines Blutbads die Frage aufwirft, welches Leben lebenswert sein soll und welches nicht. Und ob Abtreibung Mord ist oder nicht. Erkennbar ist eine leichte Tendenz in Richtung des Ersteren, es bleibt aber noch Raum für eigene Interpretationen.

Allerdings weisen wir auf die deutlich erkennbaren erzählerischen Mängel hin, die das Finale etwas ungeschickt erscheinen lassen. Das hätten andere Regisseure wahrscheinlich besser hinbekommen. Eventuell nochmal zurückspulen und langsam schauen.

Kurzum: Bei „Red Christmas“ haben wir es mit einem gut besetzten und gespielten Slasher der soliden Mittelklasse mit einigen philosophischen Fragen zu tun. Wirklich nervig sind nur die hyperaktive Kamera, der etwas fade Mittelteil, die am Ende doch allzu geradlinige Geschichte und die vermutlichen Zugeständnisse an irgendeine Filmprüfstelle. Anders lassen sich manche verschämte Schnitte in den Gewaltszenen – eben auch im Finale – nicht erklären. Denn in Deutschland wurde nichts mehr gekürzt.

Die Versionen

Laut SchroderMedia erscheint der Film ungeschnitten in Deutschland. Die trotz vermutlicher Schnitte im Original (siehe oben) noch immer saftigen Blutszenen und die böse Geschichte rechtfertigen die FSK-Freigabe ab 18 Jahren. Manche Portale berichten sogar von einem harten Kampf mit der FSK. Das verwundert dann aber doch ein bisschen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Na, fröhliche Weihnachten. Ansehnlicher Festtagsschocker mit einigen Denkanstößen.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Red Christmas – Blutige Weihnachten"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus „Lethal Weapon“ entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.


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