Filmkritik Bewertung: 1/5 SterneKartoffelsalat – Nicht fragen!

Nein, wir fragen gar nicht erst, wer diesen geistigen Dünnpfiff verbockt hat.

Der diesjährige Anwärter für den Uwe-Boll-Gedächtnispreis hört auf einen eigentlich ganz schmackhaften Titel: „Kartoffelsalat“ (Untertitel: „Nicht fragen!“). Unappetitlich ist hingegen, was wir hier zu sehen bekommen: den dümmsten, dämlichsten, beklopptesten, hirnamputiertesten (fügen Sie an dieser Stelle beliebig viele weitere Attribute ein) Film, seit es Horrorkomödien gibt.

Die Geschichte

Die Arbeit hat wieder ganz schön geschlaucht (Foto: 20th Century Fox HE)

Die Arbeit hat wieder ganz schön geschlaucht (Foto: 20th Century Fox HE)

Leo ist ein typischer Außenseiter: Von Schülern und Lehrern gleichermaßen gemobbt und mit schulischen Leistungen noch unter Kellerniveau wird er aus seiner bisherigen Schule geschmissen. In der neuen Schule hofft er auf einen neuen und besseren Anfang, aber Pustekuchen – der Stress geht weiter.

Doch dann bricht eine Zombie-Epidemie aus. Das ist der Zeitpunkt, an dem Leo beweisen kann, was wirklich in ihm steckt.

Filmkritik „Kartoffelsalat – Nicht fragen!“

In diesem Film treten eine ganze Reihe von YouTube-Stars auf – mit eifriger Unterstützung durch einige bekannte Komiker-Größen wie Martin Schneider und Otto Waalkes. Letzterer hat sogar den Film mitproduziert und etwas zur Filmmusik beigetragen.

Was hat das dem Film gebracht? Kurze Antwort: Nichts. Der Plot an sich ist noch keine Katastrophe. Originell ist er zwar nicht, weil es das alles schon unzählige Male gegeben hat, aber daraus hätte sich doch eben irgendwie noch was machen lassen. Aber das hat man hier komplett versiebt.

Auf diesem Bild ist ein gealterter und nicht mehr ganz lustiger Komiker versteckt. Wer findet ihn? (Foto: 20th Century Fox HE)

Auf diesem Bild ist ein gealterter und nicht mehr ganz lustiger Komiker versteckt. Wer findet ihn? (Foto: 20th Century Fox HE)

Doch was genau bringt einen Filmrezensenten dazu, bereits in der Einleitung mit Negativattributen nur so um sich zu werfen?

Wir fangen einfach mal bei den sogenannten Gags an, die so flach sind, dass eine Teppichkante daneben wie der Grand Canyon aussieht. Dabei bietet sich das Zombie-Thema durchaus als Grundlage für eine Horrorkomödie an. Streifen, wie „Shaun of the Dead“, „Juan of the Dead“ oder „Zombieland“ zeigen, dass hier wirklich originelle Filme entstehen können. Voraussetzung ist lediglich, dass die Herren Drehbuchautoren ihr Oberstübchen bemühen und eigene Ideen entwickeln. Das gilt auch bei Parodien à la „Scary Movie“, die hier offenkundig Pate standen. Doch es reicht einfach nicht, ein Plotgerüst mit der Tragfähigkeit einer durchgeweichten Papiertüte mit Kalauer-Versatzstücken vollzupfropfen.

YouTube-Stars sind in der Regel mehr oder minder originelle, extrovertierte Jugendliche, aber keineswegs Profi-Schauspieler oder gar Komiker. Auch das macht sich in „Kartoffelsalat“ äußerst negativ bemerkbar. Denn von ihren hölzernen Auftritten können selbst die unterirdischen Gags nicht ablenken.

Das Ergebnis kann nur sein: Eine IMDB-Durchschnittsbewertung von unterirdischen 1,2 Punkten, ein ziemlich schlecht gelaunter Rezensent und verheerende Kundenbewertungen in den gängigen Verkaufsportalen. Wer also wirklich mal über diesen Film lachen möchte, der gehe zu Amazon und lese sich die Kundenrezensionen durch. Der Erwerb des Bildträgers ist nicht erforderlich. Noch Fragen?

Die Versionen

Die Chance, den Film auf weitaus erträglichere 45 Minuten zusammenzukürzen, wurde leider vertan. Somit sind ungekürzte 82 Minuten zu ertragen. Jugendschutztechnisch ist das kein Problem, denn der Film kommt ohne besondere Gewaltdarstellungen aus. Die FSK-Freigabe ab 12 Jahren ist damit gerechtfertigt.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Keine Frage – der Untergang der deutschen Komödie hat einen Namen: Kartoffelsalat.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Kartoffelsalat – Nicht fragen!"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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