Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneIt Comes at Night

Eine Familie versteckt sich vor Infizierten in einem einsamen Haus im Wald. Vater Joel Edgerton hat alles im Griff – bis er entscheidet, eine andere Familie aufzunehmen.

Die Geschichte

Braucht Halt: Familienvater Paul (Foto: Universum Film)

Braucht Halt: Familienvater Paul (Foto: Universum Film)

Eine tödliche Infektionskrankheit greift um sich. Paul (Joel Edgerton) hat sich gemeinsam mit seiner Frau Sarah und ihrem siebzehnjährigen Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) in einem einsamen Haus im Wald verbarrikadiert.

Als ein weiterer Überlebender (Christopher Abbott) auftaucht und zusätzliche Vorräte in Aussicht stellt, nehmen Paul, Sarah und Travis ihn nebst Ehefrau (Riley Keough) und kleinem Sohn bei sich auf. Doch schon bald macht sich Misstrauen unter den Familien breit. Ist einer der Neuankömmlinge möglicherweise infiziert?

Filmkritik „It Comes at Night“

Regisseur und Drehbuchautor Trey Edward Shults legt mit „It Comes at Night“ einen Endzeit-Survival-Thriller vor, von dessen Sorte es wahrlich schon einige gibt. Die Handlung läuft dabei oft so ab: Einige Menschen überleben Virus/Zombieattacke/was auch immer und haben sich mit der Situation arrangiert. Dann kommen Eindringlinge ins Spiel und der Frieden gerät in Gefahr.

Nichts riskieren: Die Gefahr einer Ansteckung ist hoch – dem Hund ist's egal (Foto: Universum Film)

Nichts riskieren: Die Gefahr einer Ansteckung ist hoch – dem Hund ist’s egal (Foto: Universum Film)

So auch bei diesem Werk. Deshalb verschwendet der Streifen erst gar keine Zeit mit unnötigen Hintergrundinfos. Was genau der Auslöser der tödlichen Seuche ist, erfahren wir nicht. Macht auch nichts. Aber wenn schon die Grundidee nicht wahnsinnig originell ist, sollte wenigstens der Rest stimmen. Und das tut er dann auch.

„It Comes at Night“ hat mit klassischem Horror nicht viel am Hut, hier geht es um Menschen im Ausnahmezustand, die sich mit existenziellen Ängsten auseinandersetzen müssen. Das Misstrauen zwischen den beiden Familien wächst immer stärker. Obwohl alle einer ständig spürbaren Bedrohung von außerhalb des Hauses ausgesetzt sind, kommt die Eskalation von innen. Und dass diese kommt, daran lässt der Film von Anfang an kaum Zweifel.

Ein bisschen Frieden: Noch hängt der Haussegen gerade (Foto: Universum Film)

Ein bisschen Frieden: Noch hängt der Haussegen gerade (Foto: Universum Film)

Daneben entsteht die Spannung hauptsächlich durch Sohns Travis, der die unbekannte Familie beobachtet und von ihrem Verhalten fasziniert ist, weil er sonst nur das Zusammenleben mit seinen Eltern kennt. Außerdem wird er von nächtlichen Visionen und Albträumen geplagt (darauf bezieht sich auch der Name des Films). In diesen Momenten kommt „It Comes at Night“ dem Horror-Genre am nächsten, ist ansonsten aber ein straff inszeniertes, intensiv gespieltes und kammerspielartiges Drama über Väter in einer Ausnahmesituation, die alles tun würden, damit ihre Familien überleben.

Die Versionen

„It Comes at Night“ verzichtet auf Blut und ausufernde Gewalt. Der Horror ist psychologischer Natur. Das geht ungeschnitten ab 16 Jahren in Ordnung.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Familien im Ausnahmezustand: Intensives Überlebens-Drama mit starken Schauspielern und etwas Horror.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "It Comes at Night"

Über den Autor Rick Deckard

Sein Pseudonym kommt aus seinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ von Ridley Scott. Der ist auch schon seit seiner Jugendzeit sein unangefochtener Lieblingsregisseur, gefolgt von Namen wie David Lynch, Terry Gilliam oder den Coen-Brüdern.
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