Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneHostel

Wieviel Schmerz hältst Du aus?

Das Grauen lauert in einer kleinen Herberge in der Slowakei. Der Horror-Thriller von Eli Roth setzte in Sachen Gewalt neue Maßstäbe. Doch das ist nicht seine einzige Stärke.

Die Geschichte

Paxton (Jay Hernandez) leidet unter Verstopfung (Foto: Sony Pictures)

Paxton (Jay Hernandez) leidet unter Verstopfung (Foto: Sony Pictures)

Es beginnt wie so oft: Die drei ziemlich potenten Kumpel Paxton, Josh und Oli reisen durch Europa. In Holland hören sie von einem Hostel in der Slowakei, in dem angeblich so wunderbar williges Weibsvolk auf die Reisenden wartet. Ein wahres Paradies für die drei Testosteron-Bomber. Und sie machen sich auf den Weg.

Dort angekommen verbringen sie tatsächlich die erste Nacht mit ein paar lokalen Dorfschönheiten. Am nächsten Morgen ist Oli verschwunden. Alle Spuren deuten darauf hin, dass er weiter gereist ist. Der geneigte Zuschauer erfährt jedoch schnell, dass das nicht so richtig stimmt. Und noch bevor Olis Leichnam so richtig erkaltet ist, findet sich auch schon Josh in einem Kellerverlies wieder. Ein älterer Herr betritt den Raum, und beginnt, fröhlich an Josh herumzuschnippeln. Paxton soll bald folgen. Denn die drei Reisenden sind Lustobjekte für eine gut zahlende Kundschaft.

Filmkritik „Hostel“

Reiche Säcke, die für Geld Menschen quälen und töten? Das mag auf den ersten Blick absurd erscheinen. Jedoch in Zeiten, in denen dekadente Banker und Filmstars übers Wochenende nach Dubai fliegen, sich Trinkwasser in Flaschen über den Atlantik einfliegen lassen oder für ein paar tausend Dollar pro Abend im New Yorker Puff vergnügen, erscheint die Story gar nicht mehr so abwegig. Zumal sie durchaus detailliert und stilecht in Szene gesetzt ist. Man riecht förmlich den Moder im Kellerloch. Und wenn der amerikanische Perversling seinen Patienten mit der Bohrmaschine perforiert, löst das auch beim Zuschauer durchaus das eine oder andere Schmerzempfinden aus.

Josh hat's am Fuß (Foto: Sony Pictures)

Josh hat’s am Fuß (Foto: Sony Pictures)

Ganz nebenbei trat Regisseur und Tarantino-Kumpel Eli Roth mit der Intensität seiner Folterszenen gleich eine ganze Welle so genannter Torture-Porn-Movies los. Die meisten dieser Schundfilme bleiben jedoch nur was für Menschen, die sich ausschließlich an Qualen weiden wollen.

In diese Kategorie passt „Hostel“ nicht. Denn Roth beweist neben einiger Folterfantasie auch Gespür für Timing und beklemmende Situationen. Das macht „Hostel“ auch abgesehen von der Gewalt zu einem durchaus spannenden Kabinettstückchen.

Die Versionen

Die Version mit einer FSK-Freigabe „ab 18“ ist in zwei Szenen um insgesamt neun Sekunden gekürzt. Damit ist sie sehr gut zu empfehlen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Harter und spannender Schocker. Punkt.

Bewertung: 5/5 Sterne
Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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2 Antworten zu “Hostel”

  1. Killer Ink sagt:

    […] sich um einen handfesten Torture-Porn-Film. Die vielen enthusiastischen Vergleiche mit dem Schocker „Hostel“ liegen das ja bereits im Vorfeld nahe. Solche herbeigeholten Parallelen sind aber wenig hilfreich. […]

  2. […] Filmen schon Remakes drehen? Offenbar schon, denn hier ist der Beleg dafür. Die neue Version von „Hostel“-Erfinder Eli Roth‘ „Cabin Fever“ von 2002 sieht zwar schick aus, ist aber […]

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