Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneDevil’s Candy

Metal, Malen und Meucheln - im texanischen Hinterland geht Mysteriöses vor sich

Jesse hat ein neues Werk vollbracht (Foto: Splendid Film)

Jesse hat ein neues Werk vollbracht (Foto: Splendid Film)

Kritiker haben es schon immer gewusst: Heavy Metal ist Teufelszeug. Fans harter Gitarrenriffs werden bei diesem kunstvollen Okkult-Schocker höllischen Spaß haben.

Die Geschichte

Jesse Hellman (Ethan Embry) bezieht mit Frau (Shiri Appleby) und Tochter (Kiara Clasco) ein Haus irgendwo in Texas. Hier kann der Maler und Metal-Fan sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren.

Dabei ist es zunächst nur ein unschönes Detail, dass das Haus ein Schnäppchen ist, weil das Besitzerpaar vor vielen Jahren vom eigenen Sohn ermordet wurde. Doch eines Tages steht eben dieser Sohn (Großartig: Pruitt Taylor Vince) vor der Tür der Hellmans. Was anfangs harmlos erscheint, wird zu einer unheimlichen Bedrohung. Das spiegelt sich auch in Jesses Gemälden wider.

Filmkritik „Devil’s Candy“

Wir ziehen unseren Hut vor Sean Byrne. Als Autor und Regisseur ist ihm mit „Devil’s Candy“ ein echtes Kunststück gelungen. Der Streifen ist ein astreiner Okkultschocker mit unglaublich bedrückender Atmosphäre und guten Schauspielern. Darsteller-Highlight ist eindeutig Pruitt Taylor Vince, der als verwirrter Killer gleichermaßen abgrundtief böse und auch irgendwie bemitleidenswert ist.

Jesse und seine Frau haben Angst um ihr Leben (Foto: Splendid Film)

Jesse und seine Frau haben Angst um ihr Leben (Foto: Splendid Film)

Eine Hauptzutat des Films ist der Soundtrack, der neben der beunruhigenden Filmmusik mit einer Reihe an Heavy-Metal-Songs von Metallica bis Slayer aufwartet. Was bei anderen Filmen schnell in Krawall ausartet und nervt, wird bei „Devil’s Candy“ zu einem integralen Bestandteil der Handlung und funktioniert ausgezeichnet. Wer Heavy Metal jedoch nicht mag, könnte mit dem Werk vielleicht auch seine Probleme haben.

Ebenso, wer keine überbordende Bildsprache mag. Denn neben der Musik verdankt der Film seine Wirkung vor allem Kameramann Simon Chapman. Der hat wunderschön kunstvolle und symbolträchtige Bilder für Byrnes Geschichte erschaffen. Das geht sicherlich nicht ganz ohne Klischees. Aber wenn am Ende buchstäblich das Höllenfeuer entbrennt, kauft man dem Film sogar die etwas zu dick aufgetragene Symbolik ab.

Abzüge gibt es für einige kleine Längen und weil das Gezeigte auch gerne innovativer hätte sein können. Insgesamt schießt „Devil’s Candy“ aber nur knapp an der Höchstwertung vorbei.

Die Versionen

Viel Blut gibt es nicht zu sehen, der Film deutet die Gewalt nur an oder transportiert sie über die Gemälde der Hauptperson. Dennoch wirkt sie dadurch wie ein Schlag in die Magengrube. Die FSK hat dafür sogar das rote Siegel für eine Freigabe erst ab 18 Jahren erteilt. Eine 16er-Freigabe ließe sich wohl auch rechtfertigen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Bedrückender Teufelshorror, der dank seiner bedrohlichen Atmosphäre unter die Haut geht.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Devil’s Candy"

Über den Autor Rick Deckard

Sein Pseudonym kommt aus seinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ von Ridley Scott. Der ist auch schon seit seiner Jugendzeit sein unangefochtener Lieblingsregisseur, gefolgt von Namen wie David Lynch, Terry Gilliam oder den Coen-Brüdern.


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