Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneCooties

Auch mal was: Frodo vs. Zombie-Kids

Dass Kinder zu Bestien mutieren, ist nicht schwer zu bewerkstelligen. In der Regel reicht bereits eine Woche Handy-Verbot völlig aus. Richtig derbe wird es allerdings, wenn sie von einem Zombie-Virus durch kontaminierte Chicken-Nuggets befallen werden – so wie in diesem Streifen.

Die Geschichte

Will jemand 'nen Kaffee? Clint hat einen (Foto: Universal Pictures)

Will jemand ’nen Kaffee? Clint hat einen (Foto: Universal Pictures)

Der Aushilfslehrer Clint (Elijah „Frodo“ Wood) tritt in der Grundschule seiner Heimatstadt zu seinem ersten Arbeitstag an. Alles erscheint völlig normal: neurotische Lehrer, aufsässige Schüler und ein allzu reformeifriger, stellvertretender Rektor. Das irritiert den Neuling zunächst, er versucht sich dennoch anzupassen.

Die Sache gerät außer Kontrolle, als eine offenkundig kranke Schülerin einem Mitschüler ein riesiges Loch ins Gesicht beißt, dieser innerhalb kürzester Zeit auch erkrankt und seinerseits andere Kinder attackiert. Rasch haben sich die Kids allesamt in Zombies verwandelt und zerfleischen alles, was erwachsen ist und ihnen in die Quere kommt. Eine Schar Lehrer versucht sich im Schulgebäude zu verschanzen, bis der Spuk vorbei ist. Sie bekommen aber nicht mit, dass dieses Inferno wohl nicht mehr zu stoppen ist.

Filmkritik „Cooties“

Die vorrangige Frage in den ersten 15 Filmminuten lautete zunächst: „Oh Mann, auf was habe ich mich da wieder eingelassen?“ Von Horror weit und breit noch keine Spur, dafür eine Reihe an Kalauern, die vor allen Dingen albern wirken.

Diese Kinder! Müssen überall rumschnüffeln (Foto: Universal Pictures)

Diese Kinder! Müssen überall rumschnüffeln (Foto: Universal Pictures)

Doch dann nimmt der Film richtig Fahrt auf. Sobald die erste Zombie-Göre aktiv wird, kippt die Geschichte. Dann haben wir es zwar immer noch mit einer Komödie zu tun, aber jetzt mit richtig handfesten Horroreinlagen. Die anfangs albernen Gags seichter Komödien weichen zugunsten wirklich origineller schwarzhumoriger Scherze. Die Spannungskurve liegt ziemlich weit oben. Und die zuvor peinlich überzeichneten Neurosen der Lehrer fügen sich nun in das Gesamtgeschehen ein und sorgen für herzhafte Lacher, die sich bis zum Schluss durch die ziemlich actionlastige Story ziehen.

Elijah Wood, der hier auch als Produzent fungiert, haucht seiner Figur richtig Leben ein und zeigt einmal mehr, was er alles kann. Das Drehbuch stammt von Leigh Whannell („Insidious“, „Saw“) und Ian Brennan („Glee“). Beide spielen auch in dem Film mit und beweisen dabei sehr viel Gespür für Ironie.

Das Fazit nach sehr amüsanten anderthalb Stunden lautet, dass wir dem Streifen ein paar Abzüge in der B-Note für den wenig überzeugenden Anfang verpassen. Wir empfehlen ihn aber trotzdem gerne weiter.

Die Versionen

Es überrascht: Trotz vieler heftig brutaler Szenen, in denen auch noch Kinder involviert sind, hat die FSK den Streifen mit einer Freigabe ab 16 Jahren durchgewunken. Damit erscheint er ungekürzt, die Laufzeit beträgt 88 Minuten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Brüllend komische und gleichzeitig heftig blutige Variation des Zombie-Themas, die sich gut in die Riege ähnlicher Filme wie „Zombieland“ einreihen kann.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Cooties"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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