Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneBubba Ho-Tep

Elvis lebt!

Dass sich Bruce Campbell bei B-Movies immer noch wohl fühlt, zeigt er in der Horrorkomödie „Bubba Ho-Tep“ einmal mehr. Hier spielt er den altersheim- und vielleicht sogar weltrettenden King of Rock ’n‘ Roll. Nach einer Kurzgeschichte von Joe R. Lansdale.

Die Geschichte

In einem Bett liegt ein Mann (Bruce Campbell) mit Sonnenbrille und Koteletten. Das Bett steht in einem kleinen Doppelzimmer, und das Zimmer wiederum gehört zu einem Altersheim – unscheinbar, verlassen, mitten in Texas. Doch die Rede ist hier von Elvis Presley, der seinen Lebensabend in dieser Einöde verbringt. Weder Krankenschwester noch Zimmernachbar glauben ihm, dass er der wahre King of Rock ’n‘ Roll ist. Aber er weiß es genau. Als vermeintlicher Elvis-Doppelgänger wurde er vor vielen Jahren mit einem Hüftbruch eingeliefert, fiel ins Koma und verschwand endgültig aus dem Rampenlicht. Seitdem hat er ein langweiliges Leben.

Sein einziger Freund ist John F. Kennedy (Ossie Davis). JFK a la „Mr. President“ erzählt ihm von mysteriösen Todesfällen im Heim, die er bemerkt hat. Beide beschließen aktiv zu werden und Nachforschungen anzustellen. Die Spur führt sie zu einer alt-ägyptischen Mumie, die ihr Unwesen treibt. Unglücklicherweise ernährt sich dieser Dämon jede Nacht von den Seelen hilfloser Rentner. Sie bangen um ihr Leben. Obwohl Rollstuhl und Gehhilfe ihre täglichen Wegbegleiter sind, entschließen sie sich, auf die Jagd zu gehen.

Filmkritik „Bubba Ho-Tep“

Ist er’s oder ist er’s nicht? Ohne Brille und mit ein paar Kilo weniger, könnte er es wirklich sein. Die Schminke musste man Bruce Campbell (Tanz der Teufel, Armee der Finsternis) wahrscheinlich geradezu ins Gesicht spachteln, damit er mal eben 21 Jahre älter aussieht.

Der Film beginnt etwas verhalten und man weiß als Zuschauer nicht so recht, ob man darüber lachen oder es ernst nehmen soll. Doch spätestens nachdem JFK auftaucht, nimmt die Story Fahrt auf und wird von Minute zu Minute kurioser. Die beiden griesgrämigen, aber dennoch sympathischen alten Herren beschließen das Altersheim zu verteidigen und ihr tristes Leben obendrein. Und ehrlich gesagt, ich habe mitgefiebert, ob es ihnen gelingt.

Sonderlich dick scheint das Drehbuch nicht gewesen zu sein, denn die Geschichte hat nur relativ wenig Handlung. Dialoge und Spezialeffekte sind auch eher minimalistisch gehalten. Andererseits gelingt es Regisseur Don Coscarelli, das Thema „Vergänglichkeit in unserer Gesellschaft“ gut in Szene zu setzen. Ebenso zeigt „Bubba Ho-Tep“ mit  Nachdruck, dass einige Werte im Leben einfach viel mehr als Schall und Rauch sind. So kommt der Zuschauer am Ende zum stimmigen Ergebnis, dass es sich immer lohnt, sich für etwas einzusetzen.

Die Versionen

Ob der Film ab 12 oder ab 16 Jahren freigegeben werden sollte, ist Geschmackssache. Die FSK hat ihm jedenfalls eine blaue FSK-16-Plakette verpasst.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Kleines Gruselmärchen mit kurzweiliger Gesellschaftskritik.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Bubba Ho-Tep"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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