Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneBedeviled – Das Böse geht online

Teenies, die auf Handys starren.

Hurra, der Horror-Grusel-Schreck-Thriller ist endlich im neuen Jahrtausend angekommen, und der Schwarze Mann macht sich auf dem Smartphone breit. Leider ist das auch schon alles, was an diesem Filmchen originell ist.

Die Geschichte

Buh! (Foto: Universum Film)

Buh! (Foto: Universum Film)

Eine Gruppe Jugendlicher bekommt eine rätselhafte Einladung aufs Handy. Jeder von ihnen soll das Programmchen „Mister Bedevil“ installieren. Machen sie auch alle, ohne großartig misstrauisch zu werden. Und toll: Die App ist unterhaltsam, reißt nette Possen und erfährt nach und nach alles Mögliche über ihre Anwender. Auch ihre geheimen Ängste. Also eigentlich alles wie bei Facebook.

Blöd ist nur, dass die Einladung vom Handy ihrer Freundin Nikki kommt. Und die ist eines rätselhaften Todes gestorben.

Und dann beginnt der Terror: Die schlimmen Ängste nehmen Gestalt an und erscheinen jedem Einzelnen der Gruppe. Es gibt Tote. Nur leider lässt sich die offensichtlich dafür verantwortliche App nicht so einfach deinstallieren. Auch die Handys sind plötzlich unzerstörbar geworden.

Da hilft nur noch ein waschechter Exorzismus – nur nicht mit einem Besessenen, sondern mit ´nem schnöden Telefon. Das muss man sich mal vorstellen.

Filmkritik „Bedeviled – Das Böse geht online“

Das Handy spielt eine wichtige Rolle in dem Film (Foto: Universum Film)

Das Handy spielt eine wichtige Rolle in dem Film (Foto: Universum Film)

Da ist sie also, die erste tödliche Handy-Software. Damit ist also der Horrorfilm im Zeitalter der Handy-Süchtigen und der Datenkraken namens Facebook, Google und Whatsapp angekommen. Nur wie? Tatsächlich hat der Film in den USA ein R-Rating bekommen, wonach ihn Jugendliche unter 17 Jahren nicht allein ansehen dürfen. Das kann aber nur am Fluchen gelegen haben, denn harmloser als dieser hier kann ein Gruselstreifen kaum daherkommen. Es gibt keine einzige Leiche zu sehen, geschweige denn einen Todesfall. Die Buh-Effekte kommen konsequent mit Ansage und sind schlicht abgenutzt. Hin und wieder mal ein Zucken oder Aufschrecken – natürlich auch wegen der lautstarken Ausrufezeichen der Tonmeister -, viel mehr ist nicht drin.

Sicherlich fällt es auf, wie sehr die Macher versucht haben, die App verstörend hinzubekommen. Nur scheitern sie schlicht an der Art der Sache: Kleine Programme auf Smartphones mit Schwarzen Männchen mit roter Fliege und komischen Dialogen machen einfach keine Angst. Vielleicht doch noch mal bei „Scream“ nachsehen, wie man ein paar wirklich heftige Wortwechsel zurechtzimmert.

Immerhin sind manche Monster durchaus schick anzuschauen, auch dank einiger Unterstützung aus dem Computer. Andere wirken hingegen wie aus einem Kindergeburtstag entsprungen. Der Gruselfaktor variiert beträchtlich. Trotzdem gibt es am technischen Kram wie Kamera, Licht und Ton nichts zu mäkeln. Auch ein paar Seitenhiebe auf den Zeitgeist kommen wirklich gut. So meint der einzige Schwarze der Gruppe etwas später im Film, dass er für einen Horrorfilm gar nicht schlecht dasteht, weil er noch nicht tot ist. Schöne Grüße an Hollywood. Auch der Smartphone-Hype kommt keineswegs glorreich weg. Das erstaunt zunächst, gefällt aber durchaus.

Voll in die Hose geht dagegen die Besetzung. Jedes Mobiltelefon hat mehr Schauspieltalent als die hier präsentierte Combo. Die Gesichter sind zwar alle so hübsch wie direkt aus dem Katalog entsprungen, nur sind sie völlig leer. Die Mimen bringen nicht eine einzige Emotion erfolgreich rüber. Kleiner Tipp: Achtet mal darauf, was der Darsteller von Alice‘ Freund unter Schauspielen versteht! Dann wisst ihr, was ich meine.

Die Versionen

Keine Gewalt, kein Sex, kein Blut, kaum Spannung – trotzdem hat die FSK den Film ab 16 Jahren freigegeben. Vielleicht empfanden die Prüfer die Monster ein bisschen zu hart für Kinder ab 12. Das kann man gut nachvollziehen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Eher be-hämmert als be-deviled, ein Film zum Deinstallieren.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Bedeviled – Das Böse geht online"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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