Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneBattle Royale – Nur einer kann überleben!

Dystopischer Thriller aus einem Japan der nahen Zukunft

Ganze 17 Jahre hat es gedauert, bis es diesen japanischen Reißer endlich in Deutschland öffentlich zu kaufen gibt. Dabei gab es durchaus schon Versuche, ihn herauszubringen. Diese endeten aber stets auf dem Index für jugendgefährdende Medien und kurzzeitig sogar in der Beschlagnahme. Doch besser spät als nie: Dieser beeindruckende Film ist nun ungekürzt erhältlich, und ein Blick lohnt sich.

Die Geschichte

Da waren's nur noch ... (Foto: Capelight)

Da waren’s nur noch … (Foto: Capelight)

Da die Schüler in japanischen Schulen viel zu aufmüpfig sind, hat sich die Regierung zu einer radikalen Maßnahme durchgerungen: Jedes Jahr werden Schulklassen auf eine unbewohnte Insel verfrachtet und müssen nun gegeneinander kämpfen. Die knallharten Regeln besagen, dass nur einer überleben darf. Damit bedeutet dieser Ausflug der besonderen Art das Todesurteil für die meisten.

Blöd nur, dass alle auch noch ein explosives Halsband verpasst kriegen. Dafür sind manche ausgeteilten Waffen umso nutzloser.

Filmkritik „Battle Royale – Nur einer kann überleben!“

Dass der Film keine Kompromisse zulässt, wird bereits ziemlich am Anfang klar. Eine Schulklasse bekommt zunächst vorgegaukelt, einen Schulausflug zu machen, wird dann aber im Bus betäubt, um letztlich auf der genannten Insel zu erwachen. Die folgende knallharte Ansprache des frustrierten Lehrers Kitano-San, bei der bereits die ersten Schüler äußerst blutig das Zeitliche segnen, lässt bereits erahnen, dass kein wirkliches Happy End zu erwarten ist.

Die Battle Royale hat wieder ein Opfer gefordert (Foto: Capelight)

Die Battle Royale hat wieder ein Opfer gefordert (Foto: Capelight)

So geht es dann auch munter weiter: Die Schüler sterben weg wie die Fliegen. Einige wollen das grausame Spiel nicht mitmachen und begehen Selbstmord, andere wollen Sieger sein und gehen sprichwörtlich über Leichen. Aus einst harmlosen Jugendlichen werden Killer, nur um ihr eigenes Überleben zu sichern.

Die atmosphärische Dichte des Films geht richtig unter die Haut. Dabei kommt das zusätzliche Problem auf, dass man gar nicht mehr weiß, mit welchem der überwiegen sympathisch dargestellten Schülern man mitfiebern soll. Oft genug ist dann eine Wahl getroffen, und prompt liegt besagter Schüler tot irgendwo auf der Insel.

Dass sich die Jugendschützer seinerzeit an diesem Streifen verschluckt haben, ist kaum verwunderlich. Er ist extrem brutal und kaltschnäuzig, und die teils sehr realistische Schilderung lässt uns mehr als einmal zucken. Allerdings fesselt er auch ungemein.

Lehrer Kitano kennt die Insel gut (Foto: Capelight)

Lehrer Kitano kennt die Insel gut (Foto: Capelight)

Das einzige Problem bei asiatischen Filmen ist allerdings immer wieder das sogenannte Overacting, also die teilweise übertrieben dargestellten Gefühle. Das konnten wir auch schon bei Filmklassikern wie „Rashomon“ des Meisterregisseurs Akira Kurosawa beobachten. Wir verbuchen dies als mentalitätsbedingte Besonderheit und hacken deshalb darauf nicht übermäßig herum. Denn unabhängig davon zeigt sich dieser Reißer von seiner allerbesten Seite und präsentiert sich sicherlich als deutlicher Zugewinn für die eine oder andere private Filmsammlung.

Die Versionen

Es gibt zwei Versionen: Die 114-minütige Originalfassung und den sogenannten Director‘s-Cut mit einer Laufzeit von 122 Minuten. Tatsächlich war die vom Regisseur bevorzugte Fassung aber die kürzere, die Langfassung wurde durch einzelne – teilweise redundant – eingefügte Szenen künstlich aufgeblasen. Außerdem gibt es hier und da zusätzliches Blut aus dem Computer. Wir bekommen auch diese Version ohne weitere Kürzungen zu sehen. Freigegeben ist dieser heftig brutale und verstörende Streifen ab 18 Jahre. Zu Recht.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Kompromisslos, krass, brutal, ungemein fesselnd. Ein Meisterwerk.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Battle Royale – Nur einer kann überleben!"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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