Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneAnnabelle 2

Puppe + Dämon = Annabelle = mäßiger Grusel

Nach dem überraschenden Erfolg des Puppenhorrors „Annabelle“ aus dem Jahr 2014, lag die Messlatte hoch. Für das Prequel verpflichtete man den Regisseur David F. Sandberg, den wir schon vom düsteren Grusler „Lights Out“ kennen.

Die Geschichte

Samuel Mullins versucht es mit dem Kruzifix (Foto: Warner Bros.)

Samuel Mullins versucht es mit dem Kruzifix (Foto: Warner Bros.)

Die Familie Mullins hatte die geliebte Tochter Annabelle „Bee“ vor vielen Jahren verloren. Seitdem leben der Puppenmacher Samuel Mullins (Anthony LaPaglia) und seine Frau zurückgezogen auf ihrer Farm.

Es sind mittlerweile zwölf Jahre vergangen. Da beschließt das streng gläubige Ehepaar, die Nonne Charlotte (Stephanie Sigman) und sechs Waisenmädchen aufzunehmen. Denn das Mullins-Haus bietet genug Platz für die obdachlos gewordenen Kinder.

Die Mädchen erkunden das große Haus. Obwohl Samuel Mullins ausdrücklich verboten hat, das ehemalige Kinderzimmer der verstorbenen Tochter zu betreten, öffnet eines der Mädchen die Tür. Seltsamerweise war sie unverschlossen. Janice (Talitha Bateman) entdeckt im Zimmer eine Puppe. Sie war in einem geheimen Raum versteckt. Was Janice nicht weiß, ist, dass sie damit etwas Böses befreit. Ab diesem Zeitpunkt fängt es im ganzen Haus an zu spuken. Obwohl es der Dämon hauptsächlich auf Janice abgesehen hat, schweben auch die anderen Hausbewohner in höchster Lebensgefahr.

Filmkritik „Annabelle 2“

Da ist sie wieder: Annabelle - die Puppe (Foto: Warner Bros.)

Da ist sie wieder: Annabelle – die Puppe (Foto: Warner Bros.)

Meist ist eine Fortsetzung nicht mehr so erfrischend wie der erste Teil einer Filmreihe. Das liegt daran, dass die Zuschauer schon ahnen, was auf sie zukommt. Ein smarter Schachzug ist es dann häufig, ein Prequel zu drehen. Damit werden die Ereignisse vor dem ersten Teil beleuchtet. Und diesen Trick versucht man bei „Annabelle 2“ auch.

Grundsätzlich geht diese Rechnung auf. Uns erwarten eine beängstigend-schaurige Atmosphäre des Mullins-Hauses und monotone Standbilder, bei denen im Hintergrund plötzlich gruselige Dinge erscheinen. Auch wirken die Protagonisten passend ausgewählt und gut eingesetzt.

Beim relativ harmlosen Anfang wird nur wenig gezeigt, dafür aber viel suggeriert. Die Spannungskurve steigt langsam, aber stetig. Doch dann kommt der Punkt, an dem wir uns fragen: Was soll das gerade jetzt? Denn in einer Szene antwortet der Dämon, der die Gestalt von Annabelle angenommen hat, auf Janice‘ Frage: „Was brauchst du denn?“ (Kinderstimme) ganz simpel mit: „Deine Seele!“ (Monstertiefe Stimme). Hilfe! Auf diesem Dialog liegt nicht nur eine dicke Staubschicht, er lässt die beiden auch einfach nur blöd dastehen. Anschließend folgt ein fast schon blindes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Dämon und Hausbewohnern. Und darunter leidet die Handlung massiv.

Janice in ihrem neuen Kinderzimmer (Foto: Warner Bros.)

Janice in ihrem neuen Kinderzimmer (Foto: Warner Bros.)

Einige Schrecksekunden hält „Annabelle 2“ glücklicherweise doch noch bereit, wie beispielsweise eine Szene, in der Janice‘ Freundin allein im Bett liegt und allerlei Spuk über sich ergehen lassen muss. Aber was richtig Großes kommt leider nicht. Viele Folgeszenen wirken wie von der Außenwelt absichtlich isoliert. Als wäre der Drehort nur auf einen Raum und auf eine Person beschränkt. Das ist schade. Mehr Überraschendes wäre sicherlich drin gewesen.

Die Versionen

„Annabelle 2“ lief am 24. August 2017 im Kino. Die dort gezeigte Version und die jetzt erschienene Home-Video-Version stimmen überein und sind ungeschnitten. Aufgrund einiger verstörender Bilder gab die FSK den Film ab 16 Jahren frei.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Durchwachsener Dämonen-Horror, der wenig Neues zu bieten hat. Der Vorgänger kam da besser weg.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Annabelle 2"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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